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  Bauchspeicheldrüsenkrebs  
     
 

Allgemeines:
Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) ist ein ca 15 cm langes birnenförmiges Organ, das hinter dem Magen in einer Schleife liegt, welche durch einen Teil des Dünndarms gebildet wird. Der breitere rechte Teil der Bauchspeicheldrüse wird Kopf, der Mittelteil Körper und der schmale linke Teil als Schwanz bezeichnet. Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse produziert die Verdauungssäfte und der endokrine Teil bildet Hormone, wie das Insulin. 95 Prozent aller Bauchspeicheldrüsenkarzinome entstehen aus Zellen des exokrinen Teiles, vorwiegend aus dem Gangsystem. Das Pankreaskarzinom ist nach Dickdarm und Magenkrebs der häufigste Tumor des Verdauungstraktes; im Jahr 1999 erkrankten 539 Männer und 666 Frauen in Österreich an dieser Krebsform. Die Mortalitätsrate von 1999 liegt bei 13.1 bei Männern und bei 9.9 bei Frauen pro 100.000. In diesem Jahr verstarben 682 Frauen und 541 Männer an den Folgen dieser Erkrankung.

Entstehung und Risiko:
Die bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse machen nur etwa 2 % aller Krebsformen aus. Die Häufigkeit des Pankreaskarzinoms steigt mit dem Alter; wobei etwa 80 % der erkrankten Personen zwischen 50 und 80 Jahren alt sind. Bei jüngeren Patienten und auch bei Kindern ist diese Erkrankung eine Rarität. Trotz intensiver Forschungen sind bisher nur wenige Ursachen und Risikofaktoren bekannt. Ob das Pankreaskarzinom bei PatientInnen mit chronischer Pankreatitis und Diabetes vermehrt auftritt, wird derzeit nicht einschlägig beantwortet Man ist aber eher der Meinung, dass Pankreaskarzinome nicht auf Basis dieser Erkrankungen entstehen, sondern umgekehrt, dass Entzündung und Unterfunktion die Folge eines sonst a-symptomatisch verlaufenden Karzinoms sind. Bei Rauchern tritt Pankreaskarzinom

2 - 3 mal häufiger auf; somit besteht ein Zusammenhang mit den Rauchgewohnheiten (Zigarettenkonsum) und ein gewisser Einfluss von chronischen Alkoholkonsum, aber auch von Kaffe wird angenommen. Ernährungsfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung dieser Krebsform.

Symptome:
Warnzeichen des Bauchspeicheldrüsenkarzinoms fehlen oftmals zu Beginn. Die Symptome könnten auch von Störungen durch andere Erkrankungen des Verdauungstraktes stammen: Verdauungsstörungen, Übelkeit, Appetitverlust, unbeabsichtigter Gewichtsverlust. Die häufigsten Symptome, die den Patienten zum Arzt bringen sind starke Schmerzen. Treten diese im oberen und mittleren Bauchbereich auf so ist meist der Pankreaskopf ,während bei Rückenschmerzen der Pankreasschwanz betroffen ist. Gelbsucht - gekennzeichnet durch Gelbfärbung der Haut (eventuell Juckreiz), bzw. der Augen (Skleren) sind die wesentlichen äußeren Kennzeichen und Manifestationen einer meist fortgeschrittenen Erkrankung.

Diagnose:
Diagnostische Maßnamen beinhalten neben der Anamnese, der körperlichen Untersuchung auch bildgebende Verfahren. Ultraschall, Computertomographie (Röntgendiagnostisches Verfahren zur Herstellung von Schnittbildern, die mittels Computers mit hoher Genauigkeit dargestellt werden), Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie), Angiographie (Gefäßdarstellung), werden dazu eingesetzt. Eine Bestimmung von Tumormarkern (Eiweißstoffen die vom Tumor in die Zirkulation abgegeben werden) im Blut, kann die Differentialdiagnose verbessern und auch für die Therapieverlaufskontrolle wichtig sein. Ein wesentliches diagnostisches Verfahren ist die endoskopische, retrograde Cholangio-Pankreatikographie/-skopie (ERCP), die eine Darstellung der Gallenblase, bzw -Gänge und des Pankreas durch Kontrastmittel ermöglicht. Bei dieser Untersuchung wird ein flexibler Schlauch - der Optik und Lichtquelle enthält, durch die Speiseröhre in den Dünndarm eingeführt. Der Arzt kann durch den Schlauch mittels dieser Optik sehen und ein Kontrastmittel in den Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse spritzen, damit diese Bereiche am Röntgenbild besser dargestellt werden. Gleichzeitig können auch einige Zellen aus der Bauchspeicheldrüse für eine Diagnosesicherung (Biopsie) entnommen werden.

Therapie:
Die Art der Behandlung hängt vom Stadium, dh von der Ausbreitung der Erkrankung in lokalen und weiter entfernten Breichen (Metastasierung) ab. Zur Therapie des Pankreaskarzinoms gibt es 3 Möglichkeiten.
  1. Die chirurgische Therapie hat das Ziel, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen und wird daher nur bei lokalisierter Tumorausbreitung durchgeführt. Bei Totaloperation muss die Funktion der Bauchspeicheldrüse dann durch Medikamente (Verdauungsenzyme, Insulin) ersetzt werden.
  2. Die Strahlentherapie ist eine lokale Therapiemaßnahme, die entweder vor oder nach der Operation aber auch in Kombination mit Chemotherapie angewandt wird.
  3. Die Chemotherapie (siehe unter Ratgeber „Chemotherapie“) ist eine Therapie mit Substanzen, die das Wachstum von Krebszellen hemmen (daher der Name Zytostatika) Sie wird nach der Operation (adjuvante Therapie) oder als alleinige Therapie bei fortgeschrittener Erkrankung (palliative Therapie) verabreicht. In den letzten Jahren ist mit den neueren Zytostatika eine deutliche Verbesserung der Ansprechrate und der Lebensqualität (Befreiung von Schmerz und anderer Symptomatik) erreicht worden.

 

 
 
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