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  Blasenkrebs  
     
  Allgemeines:
Die Blase ist ein Hohlorgan in das der Harn von der Niere über die Harnleiter transportiert und gelagert wird. Blasenkrebs nimmt seinen Ursprung in den sogenannten Übergangsepithelien (Urothel), das ist die Schleimhaut welche die Blase auskleidet.
Aufgrund des biologischen Verhaltens kennt man 2 Typen von Blasenkrebs:
  1. Der oberflächliche (superfizielle) Blasenkrebs Diese Form ist auf die Schleimhaut beschränkt, ein relativ gutartiger Typ und stellt 80 % der Blasenkrebsformen dar.
  2. Der aggressiven Blasenkrebs :Dieser Typ wächst in die Blasenwand und in die Muskulatur ein.
Erstere Typ ist durch eine starke Rückfallneigung gekennzeichnet; dies bedeutet dass nach Abschluss der Behandlung auch an anderen Stellen neuerlich Tumoren auftreten können. Der aggressiven Blasenkrebs sind - sofern nicht radikal operiert wurde, ein stark invasives Wachstum.

Entstehung und Risiko:
Der Anteil des Blasenkrebses an allen bösartigen Neubildungen beträgt etwa drei Prozent. Männer sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Frauen. In den letzten 20 Jahren konnte in den Industrieländern eine Zunahme der Blasenkrebsfälle beobachtet werden. Der Altersgipfel bei Blasenkrebs liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, 5 % der Neubildungen werden jedoch auch bei PatientInnen unter 40 Jahren entdeckt. Bei der Erstdiagnose sind etwa 80 % der Harnblasenkarzinome als oberflächliche Tumoren klassifiziert. Im Jahr 1999 ist in Österreich bei 1128 Männer (26,4 pro 100.000 ) und 419 Frauen (9,9 pro 100.000) eine Neuerkrankung an Blasenkrebs diagnostiziert worden.
Hauptrisikofaktoren sind Zigarettenrauchen und starke Exposition gegenüber Chemikalien (ß-Naphthalin, Anilin etc) in Betrieben der Farbstoff- und Gummiindustrie, sowie lang dauernder Schmerzmittelmissbrauch (Phenacetin)
Chronische Entzündungszustände der Blase und Harnabflussstörungen begünstigen ebenfalls die Entstehung von Tumoren. Einzellige parasitäre Erreger (Bilharzien/Schistosomen),die im Wasser in tropischen Ländern leben, verursachen eine Blaseninfektion und chronische Blasenentzündung auf deren Basis als Spätfolge Krebs entstehen kann.

Symptome:
Es gibt keine eindeutigen Warnsignale, die speziell auf Blasenkrebs hinweisen. Das schmerzlose Auftreten von Blut im Harn (Rotfärbung), ist ein Hauptsymptom einer Neubildung im Harntrakt und erfordert eine sofortige urologische Untersuchung. Brennen beim Harnlassen, vermehrter Harndrang und Stechen nach der Blasenentleerung sind typische Beschwerden einer Blasenentzündung, können aber jedoch auch Symptome eines Blasentumors darstellen. Jede Blasenentzündung bedarf einer ärztlichen Abklärung. Eine anhaltende oder wiederholte Blasenentzündung sowie Schmerzen in der Blase, bedürfen einer Untersuchung beim Urologen.

Diagnose:
Harnbefund (Blut=Mikro- /Makro-Hämaturie, Urinzytologie=Nachweis von Krebszellen), die Ultraschall- und Röntgenuntersuchung der harnableitenden Wege (Urographie), Blasenspiegelung (Zystoskopie) mit Gewebsentnahme (Biopsie). Ultraschall und Computertomographie sind die wichtigsten bildgebenden Maßnahmen zur Diagnose und zum Feststellen der Erkrankungsausbreitung. Eine Gewebsentnahme (Biopsie)und histologische Untersuchung sichert die Diagnose.

Therapie:
Ein Tumor der Blaseninnenschicht (Schleimhaut) kann endoskopisch durch die Harnröhre (transurethrale Resektion) chirurgisch abgetragen werden. Da diese Tumoren die Eigenschaft haben häufig wiederaufzutreten (Rezidivneigung!), sind engmaschige Kontrollen beim Facharzt notwendig. In bestimmten Situationen wird die Installation von Medikamenten in die Blase (Chemo- und/oder Immuntherapeutika) zur Verhinderung eines Rückfalls vorgenommen. Bei aggressiven Blasenkrebs, der in die Muskulatur der Blasenwand eingewachsen ist, kann eine Teilresektion notwendig sein. Häufig ist aber ein großer operativer Eingriff - wie die vollständige Entfernung der Blase (Zystektomie) - die einzige Möglichkeit einer radikalen Krankheitssanierung. Die Harnableitung erfolgt dann über ein Darmstück, wobei in vielen Fällen auch eine Ersatzblase eingesetzt wird. Systemische Chemotherapien (über die Vene) haben sich bei fortgeschrittenem Harnblasenkarzinom klinisch bewährt und führen zu signifikanten Tumorrückbildungen. Es gibt auch bestimmte Indikationen für eine Strahlentherapie alleine oder in Kombination mit anderen Therapieverfahren.

Früherkennung:
Die mikroskopische oder mittels Streifentest durchgeführte Untersuchung des Harnes auf Blutspuren ist das einfachste und wichtigste diagnostische Verfahren. Sie sollte bei Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig vorgenommen werden.

 

 
 
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