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Allgemeines:
Die Gebärmutter ist ein dickwandiges birnenförmiges
Hohlorgan, das im Zentrum des kleinen Beckens das zwischen Blase
und Mastdarm liegt. Die Gebärmutter besteht aus dem Körper
(Korpus), einer Höhle (Cavum) und dem Gebärmutterhals
(Cervix). Das Innere der Gebärmutter ist mit Schleimhaut
(Endometrium) ausgekleidet, die unter dem Einfluss von Hormonen
steht. Die Krebserkrankungen der Gebärmutter betreffen den
Gebärmutterkörper (Korpus oder Endometrium) und den
Gebärmutterhals (Cervix).
Entstehung und Risiko:
Mehr als 75% der Krebserkrankungen, die im Gebärmutterkörper
(Korpus) entstehen, nehmen von den drüsenbildenden Zellen
der Schleimhaut (sogenannte Adenokarzinome), ihren Ausgang und
werden daher auch Endometriumkarzinome bezeichnet. In Österreich
wird jährlich bei etwa 900 Frauen die Diagnose Korpuskarzinom
gestellt. Die Erkrankung tritt vorwiegend nach der Menopause auf,
der Häufigkeitsgipfel liegt bei 55 - 60 Jahren. Ein sehr
seltener maligner Tumor ist das Uterussarkom, das von der Muskelwand
(Myometrium) des Gebärmutterkörpers ausgeht. Eine der
Ursachen für das Korpuskarzinom liegt im Ungleichgewicht
der weiblichen Hormone während der Periode um die Menopause.
Risikofaktoren sind: Das Alter (über 50); Kinderlosigkeit;
Wechsel erst nach dem Alter von 55 Jahren; Verabreichung von östrogenhaltigen
Medikamenten ohne Gestagenzusatz während der Wechseljahre;
Zuckerkrankheit (Diabetes); Übergewicht und Fettleibigkeit
(Fettzellen speichern Hormone).
Symptome:
Zwischenblutungen (vor und nach der Regelblutung), Schmierblutungen
bei Patientinnen in der Menopause-, blutiger (fleischfarbener)
blutig-eitriger Ausfluss, Schmerzen im Unterbauch und auch unklare
Gewichtsabnahme. Bei fortgeschrittenem Stadium ist ein Einwachsen
in die Harnblase und in die Beckenwand möglich. Demzufolge
kommt es zu Blut im Harn, Harnwegsinfekten und Auftreten von Rückenschmerzen.
Diagnose:
Inspektion und manuelle Untersuchung durch den Gynäkologen.
Treten Blutungen außerhalb der Regel oder nach den Wechseljahren
auf, so ist ein die Entnahme einer Gewebeprobe oder die Ausschabung
(Abrasio oder Kürettage) der Gebärmutter durch den Gynäkologen
wichtig für die Diagnosestellung. Eine Erkennung der Krebserkrankung
im Frühstadium ist mit einer 100%igen Heilungschance verbunden.
Weiterführende Untersuchungen zur Feststellung der Tumorausbreitung
im Bauchraum sind Ultraschall, Computertomographie, Magnetfeldresonanz-tomographie
(Kernspintomographie) oder eine Tumormarkerbestimmung (präoperativ).
Therapie:
Je nach Alter der Patientinnen und den vorliegenden Begleiterkrankungen
werden folgende Therapien durchgeführt:
- Operation:
Eine Totaloperation der Gebärmutter mit der Entfernung
der Eierstöcke und Eileiter ist die Therapie der Wahl.
Da die Eierstöcke Hormone (Östrogene) bilden, die
das Wachstums des Gebärmutterkrebses fördern, werden
sie mitentfernt. Beckenlymphknoten können bei dieser Operation
mitentfernt werden (Wertheim-Operation) Eine Operation im Frühstadium
bedeutet eine 100 % Heilung.
- Strahlentherapie:
Wird häufig nach der Operation durchgeführt. Bei Ausdehnung
der Erkrankung über die Gebärmutter hinaus, bzw. bei
hohem Operationsrisiko, wird ausschließlich eine Strahlentherapie
durchgeführt. Die Bestrahlung erfolgt von außen durch
die Haut (perkutane Strahlentherapie) und/oder von innen durch
mehrmaliges kurzfristiges Einbringen einer Strahlensonde durch
den Scheide-Stumpf bzw. durch die verbliebene Gebärmutter;
diese Therapie wird als Brachytherapie (Afterloading =Nachladetherapie)
bezeichnet Durch diese Therapie wird Darm und Blase vor Strahleneinwirkung
geschont. Die Bestrahlung von außen (Teletherapie) wird
in Teilen, dh fraktioniert und in mehreren Sitzungen über
mehrere Wochen hinweg durchgeführt.
- Hormontherapie: Wird manchmal
zusätzlich aber selten alternativ zu Operation und Strahlentherapie
durchgeführt (Gestagene und Antiöstrogene).
- Chemotherapie: Wird in
nur in bestimmten Situationen verabreicht. Zytostatika sind
bisher als nicht sehr effektive Therapieoption einzustufen.
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