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  Hodenkrebs  
     
 

Allgemeines:
Der Hoden, lateinisch Testes genannt, ist die männliche Geschlechts-, bzw. Keimdrüse. Er produziert und lagert die Spermien, ist aber gleichzeitig auch die Hauptquelle der männlichen Sexualhormone. Das Hodengewebe ist aus Läppchen aufgebaut, die über Kanälchen miteinander verbunden sind. Man unterscheidet 2 Typen von Hodenkrebs, der auch als maligner Keimzelltumor bezeichnet wird:

  1. Das Seminom (40 - 50% der Fälle) das von den samenbildenden Zellen (Spermatozyten) ausgeht
  2. Der nicht-seminomatöser Hodenkrebs hat seinen Ursprung in den frühen (embryonalen) Keimzellen. Letzterer zeigt eine Häufigkeit von 50 % und eine feingewebliche (histologische) Vielgestaltigkeit wie embryonales Gewebe

Entstehung und Risiko:
Hodenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung des jungen Mannes zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr und macht etwa 1 - 2 % aller Malignome des Mannes aus. 1998 erkrankten in Österreich 365 Männer an Hodenkrebs (5-8/100.000 Männer) Die eigentlichen Ursachen von Hodenkrebses sind unbekannt. Meist liegt kein besonderer Risikofaktor vor. Erhöhtes Risiko besteht, wenn der Hoden im Bauchraum (20-fach) oder in der Leistenregion(80-fach) verblieben ist. Familiäre Häufungen oder berufliche Belastungen sind nicht bekannt.

Symptome:
Vergrößerung oder Verhärtung eines, oder eines Teils des Hodens, unregelmäßige Form, Knotenbildung, Ziehen oder Schmerzen im Hoden. Rückenschmerzen, selten eine Vergrößerung des Brustdrüsengewebes. Wenn eine der hier angeführten Beschwerden (Warnsignale) auftritt, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen.
Früherkennung: („Aus Liebe zum Leben“ Kampagne der ÖKH)
Regelmäßige Selbstuntersuchung durch Abtasten der Hoden (1 mal monatlich) Veränderungen (Warnsignale) wie oben beschrieben, sollten unverzüglich zum Urologen führen.

Diagnose:
Klinische Untersuchung, Tastbefund, Ultraschall, Magnetresonanztomographie, Laboruntersuchung einschließlich von Tumormarkern, (Alpha-Fetoprotein, Beta-Humanes Choriogonadotropin (ß-HCG). Computertomographie von Brust und Bauchraum zur Stadiendefinition. Die endgültige Diagnosesicherung ist erst durch eine histologische Untersuchung des Operationspräparates gegeben.

Therapie:
Die Behandlung hängt von der Tumorart (Seminom oder Nichtseminom) und vom Stadium der Erkrankung ab. Die chirurgische Therapie – Entfernung des erkrankten Hodens - steht zunächst im Vordergrund. Lymphknoten im hinteren Bauchraum können ebenfalls durch Operation entfernt werden. Entsprechend der Ausbreitung der Erkrankung (Stadium) und nachweisbaren Risikofaktoren (Tumormarker) für einen Rückfall wird zusätzlich noch Strahlen und/oder Chemotherapie verabreicht.
Hodenkrebs kann in den meisten Fällen geheilt werden. Seminome haben auch bei weit fortgeschrittener Erkrankung eine Überlebenschance von 80 - 90 %:
Patienten mit Nichtseminom haben im frühen Stadium, eine 3-Jahresüberlebensrate nach Chemotherapie von 98 %^. Bei minimaler Ausbreitung (Metastasierung) liegt die Rate bei etwa 90 %.

Vorsorge:
Selbstuntersuchung der Hoden auf Veränderungen

 

 
 
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