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Allgemeines:
Unter dem Begriff Knochenkrebs werden alle bösartigen Erkrankungen
die im knöchernen Gewebe (Skelettsystem) ihren Ursprung haben,
zusammengefasst.
Das Skelettsystem besteht aus mehr als 200 Knochen, die durch
Sehnen, Knorpel und Muskeln gestützt, bzw. verbunden werden.
Das Knochengewebe besteht aus Wasser, Eiweiß (Proteinen),
Mineralsalzen (Kalzium und Phosphor), und erhält durch die
Verbindung mit Mineralstoffen seine Festigkeit. Knochen sind von
der Knochenhaut (Periost,) welche Blutgefäße enthält,
umgeben. Im Inneren der Knochen ist in unterschiedlichem Ausmaß
das Gitterwerk des Knochenmarks (Blutbildung) gelagert. Nur etwa
1 % aller malignen Tumoren gehen vom Knochen aus und werden als
primärer Knochenkrebs bezeichnet. Im medizinischen Sprachgebrauch
werden bösartigen Knochentumoren aber als Sarkome
eingestuft. Eine Einteilung wird entsprechend dem Ursprungsgewebe,
in Osteosarkom (aus Knochen) und in Chondrosarkom (aus Knorpel)
festgelegt. Das Ewing-Sarkom entsteht aus dem Stützgewebe
(Stroma-Zellen) des Knochenmarkes. Ca 3,5 % aller bösartigen
Tumoren bei Kindern sind Knochentumoren:
Die häufigsten malignen Geschwülste im Skelettsystem
sind jedoch Absiedelungen (Metastasen), die von primären
Krebserkrankungen der Brust, der Prostata oder der Lunge etc ihren
Ausgang nehmen. Das Multiple Myelom eine hämatologische Erkrankung
befällt vorwiegend das Skelettsystem.
Entstehung und Risiko:
Das Osteosarkom manifestiert
sich durch die Neubildung von Knochen- und Osteoidgewebe und tritt
meistens in den schnellwachsenden Regionen des Ober- bzw Unterschenkelknochens
auf. Etwa 40 % der Tumoren sind im Oberschenkel-knochen unmittelbar
oberhalb des Knies und ca 20 % im oberen Drittel des Schienbeines
lokalisiert .
Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr
und ist: 3 Fälle pro 100.000. Das Ewing-Sarkom
tritt bei Kindern und Jugendlichen auf und hat seinen Ursprung
in den Stromazellen des Knochenmarkes seinen Ursprung. Häufigste
Lokalisation ist der Ober- und, bzw Unterschenkelknochen mit 20
%, das Schien- und Wadenbein mit etwa jeweils 10 %. Im Beckenknochen
und Kreuzbein sind etwa 20 % der Tumoren lokalisiert. Das Chondrosarkom
ist durch eine Entartung der Knorpelzellen gekennzeichnet und
tritt vorwiegend bei älteren Erwachsenen (50% >40 Jahre)
auf. Da es sich bei diesen bösartigen Knochentumoren um sehr
seltene Erkrankungen handelt, gibt es kaum Hinweise für ein
spezielles Risiko. Ionisierende Strahlen und eine gewisse genetischen
Prädisposition durch familiäre Krebserkrankungen, werden
als Risikofaktoren genannt. Besonders im Ewing-Sarkom-Gewebe fand
man wiederholt spezifische und typische Veränderungen im
Erbgut (Chromosomen-Translokationen), die zum Anschalten von Genen,
Auftreten von abnormen Eiweißstoffen und stimulierenden
Wachstumssignalen führten.
Symptome:
Erstsymptome hängen von der Lokalisation der Erkrankung im
Knochen ab. Schwellungen und Rötungen an den langen Röhrenknochen
gehen meistens mit dumpfen aber intensiven Schmerzen - besonders
ausgeprägt bei täglichen Aktivitäten - einher.
Tumoren im Bereich der Hüfte und des Rückenmarkes können
erhebliche Schmerzen verursachen. Knochenbrüche sind seltene
Ereignisse, die zur Diagnose führen. Bei Ewing-Sarkom können
Gewichtsverlust, Fieber Müdigkeit die ersten Anzeichen dieser
Erkrankung sein.
Diagnose:
Hinweise auf das Vorliegen eines Knochentumors ergeben sich meist
aus dem Symptombild, das der Patient bietet. Folgende Methoden
kommen für die Diagnosestellung zur Anwendung: Erhebung der
Krankengeschichte, klinische Untersuchung, Inspektion und Palpation
der betroffenen Stelle, Röntgenaufnahme der Tumorregion.
Weiters werden Röntgen des Brustkorbes (Thoraxröntgen),
Computertomographie zum Ausschluss von Lungenmetastasen), Magnetresonanz-Tomographie,
Gefäßdarstellung (Angiographie) und Skelettszintigraphie
zur Bestimmung der Tumorausdehnung und des Stadiums der Erkrankung
durchgeführt. Neben der Routineuntersuchung des Blutes wird
die alkalische Phosphatase beim Osteosarkom und die neuronspezifische
Enolase als Tumormarker beim Ewing-Sarkom bestimmt. Bei Verdacht
auf Ewing-Sarkom ist eine Knochenmarksaspiration und Untersuchung
der Knochenmarkszellen auf Zahl und entartete Zelltypen notwendig.
Typische Befunde sind Bilder der Zerstörung des Knochens
und unscharfe Begrenzung am Rande des Knochens (Mottenfraß).
Eine Probebiopsie zur mikroskopischen Untersuchung und Sicherung
der Diagnose (Histologie) und weiterführenden Behandlungsplanung
ist wichtig.
Therapie:
Tumorart, lokale Ausdehnung und das Vorhandensein von Metastasen
bestimmen die Therapie. Beim Osteosarkom
werden Maßnahmen zur lokalen Tumorkontrolle, in der Regel
Operation - mit systemischen Chemotherapien kombiniert. Oft wird
eine präoperative Chemotherapie (neoadjuvante Therapie) mit
anschließender Resektion des Resttumors durchgeführt.
Eine Chemotherapie wird in gewissen Fällen auch nach der
Operation verabreicht. Resektionsrekonstruktion ist ein wichtiger
Bestandteil der Therapie. Prinzipiell bestimmt die Tumorausdehnung,
die Histologie und Ausbreitung im Organismus das therapeutische
Vorgehen. Amputation ist heute nur noch selten notwendig. Strahlentherapie
findet beim klassisch operablem Osteosarkom
derzeit keine Anwendung. Das Ewing-Sarkom
wird mit Operation und/oder Strahlentherapie mit nachfolgender
Chemotherapie behandelt. Eine präoperative Strahlen- bzw
Chemotherapie, wird in gewissen Fällen eingesetzt. Das Ewing-Sarkom
ist strahlenempfindlich. Bei beiden Erkrankungen treten häufig
Lungenmetastasen auf, sodass eine systemische Therapie angezeigt
ist.
Beim Chondrosarkom stehen wegen
des oft langsamen Wachstums und eines limitierten Ansprechens
auf Strahlen- und Chemotherapie, lokaloperative Maßnahmen
im Vordergrund.
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