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  Leberkrebs  
 

 

 
Broschüre Leberkrebs

Leberkrebs ist eine seltene Erkrankung in Österreich, stellt aber weltweit ein großes Problem dar. Jährlich wird in Österreich bei etwa 500 Männern und 250 Frauen die Diagnose Leberkrebs gestellt. Das sind etwa 3 Prozent der Krebserkrankungen bei Männern und 1,5 Prozent bei Frauen.

 
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Die Leber


Die Leber (Hepar) (siehe Bild) ist mit einem Gewicht von 1,4 bis 1,8 Kilo das schwerste Organ und die größte Drüse des menschlichen Körpers.

Die Leber teilt sich in einen rechten und einen linken Leberlappen. Der rechte Leberlappen ist wesentlich größer als der linke; er füllt fast den gesamten oberen Bauchraum aus. Der kleinere linke Lappen reicht etwa bis zur Mitte des linken Oberbauches.

Die Leber besteht aus einer Vielzahl kleinster Läppchen, die Funktionseinheiten bilden und aus zahlreichen Leberzellen (Hepatozyten) zusammengesetzt sind.

Die Leber wird von zwei verschiedenen Blutgefäßen mit Blut versorgt: die Leberarterie und die Pfortader. Die Leberarterie liefert – von der Bauchschlagader kommend – sauerstoffreiches Blut zur Versorgung der Leberzellen. Die Pfortader führt der Leber – vom Verdauungstrakt kommend – alle mit der Nahrung in den Blutkreislauf gelangten Substanzen, sowohl Nähr- als auch Giftstoffe, zu.

Die Leber ist ein zentrales Stoffwechselorgan des Körpers und erfüllt somit lebenswichtige Aufgaben:

Sie produziert bis zu 1 Liter Gallenflüssigkeit pro Tag – das ist für die Fettverdauung im Dünndarm wichtig – und leitet diese über die Gallenblase als Zwischenspeicher und über den Gallengang in den Zwölffingerdarm ein.

Die Leber nimmt die aus dem Darm kommenden verdaulichen Stoffe auf und verwertet sie. So wird zum Beispiel das mit der Nahrung aufgenommene Eiweiß in körpereigenes Eiweiß umgebaut, Kohlehydrate gespeichert und die Körperzellen über das Blut mit Nährstoffen versorgt.

Die Leber dient als Entgiftungszentrale des Körpers: Schadstoffe, Alkohol, Medikamente und auch bestimmte körpereigene Substanzen werden in der Leber um- und abgebaut und auf diese Weise »unschädlich« gemacht.

Sie bildet Ausgangsprodukte für Sexualhormone und für körpereigene Fette, baut alte Blutkörperchen ab und speichert Eisen. Auch an der Regulation des Blutzuckerspiegels ist die Leber beteiligt.


 
die Leber  


Leberkrebs

Leberkrebs verursacht zu Beginn seines Wachstums nur selten Beschwerden. Daher werden Lebertumore oft nur im Rahmen von Routineuntersuchungen gefunden. Die ersten, unspezifischen Anzeichen für einen Leberkrebs treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit auf.

Folgende Symptome können bei Leberkrebs auftreten:
Druckschmerz im Oberbauch, eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder erhöhte Temperatur bei ungeklärter Ursache, Schwäche, Leistungsminderung, ungewollte Gewichtsabnahme oder zunehmende Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht).

Möglicher Krankheitsverlauf

In 80-90 % der Fälle geht Leberkrebs von den Leberzellen aus und wird daher hepatozelluläres Karzinom genannt. In 10-20 % geht die Krebserkrankung von den Zellen der Gallenwege der Leber aus und wird daher als cholangiozelluläres Karzinom bezeichnet.

In vielen Fälle ist der Tumor auch in fortgeschrittenen Stadien auf die Leber beschränkt. Dabei kann es zu einem zunehmenden Verlust von funktionsfähigem Lebergewebe kommen. Leberkrebs kann mit zunehmendem Wachstum – je nach Lage innerhalb des Organs – auch die Bindegewebskapsel der Leber durchbrechen und nahegelegenes Gewebe (z. B. das Bauchfell) oder Lymphknoten befallen.

Über Lymphgefäße und Blutbahnen können einzelne Krebszellen auch in entfernte Organe gelangen. Dort können sie sich ansiedeln und erneut vermehren. So entstehen Tochtergeschwülste (Metastasen). Metastasen treten beim Leberkrebs zum Beispiel in Lunge, Nebennieren, Knochen und Gehirn auf.

Risikofaktoren

• Leberzirrhose
• Alkoholmissbrauch
• Hepatitis B + C
• Leberkrebs in der Familie
• Afflatoxine (= Pilztoxine in Schimmelpilzen)

Untersuchungsmethoden zur Diagnose

Bei Verdacht auf Leberkrebs leitet Ihr Arzt die notwendigen Untersuchungen zur endgültigen Diagnose ein. Damit wird festgestellt, ob:
1. Es sich um eine gutartige Veränderung oder um eine Krebserkrankung handelt.
2. Welche Tumorart vorliegt (Histologie) und
3. Wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist (Stadium).

Anamnese und körperliche Untersuchung

Das ausführliche Gespräch mit Ihrem Arzt (Anamnese) und die körperliche Untersuchung stehen am Beginn des Diagnoseverfahrens. Damit können schon erste wichtige Hinweise über die Art der Erkrankung gewonnen werden.

Ultraschalluntersuchung (Sonographie)

Mittels Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann Ihr Arzt erkennen, ob ein Tumor der Leber vorliegt und wenn ja, wo er sich innerhalb des Organs befindet. In vielen Fällen können bereits Lebertumoren von wenigen Millimetern Größe identifiziert werden. Spezielle Formen der Ultraschalluntersuchung (zum Beispiel die farbkodierte Duplexsonographie oder die kontrastmittelverstärkte Sonographie) können in Einzelfällen zusätzliche Informationen liefern.

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen geben Aufschluss über die Funktionen einzelner Organe wie Nieren, Leber, Herz und Lunge. Bei Verdacht auf Leberkrebs wird das Blut außerdem auf eine Hepatitis-Infektion und auf so genannte »Tumormarker« überprüft. Tumormarker sind Substanzen, die verstärkt von Tumorzellen gebildet werden. Leberkarzinome produzieren häufig den Tumormarker Alpha 1-Fetoprotein (AFP), der dann im Blut nachgewiesen werden kann.

Wird mit diesen ersten Untersuchungen tatsächlich ein Tumor in der Leber festgestellt, wird Ihr Arzt zur Sicherung der Diagnose und zur Feststellung der genauen Tumorausbreitung weitere Untersuchungen heranziehen.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomo-graphie (MRT)

Diese beiden Verfahren geben Aufschluss über den genauen Sitz und die Ausdehnung zu angrenzenden Gewebestrukturen. Sie geben wichtige Hinweise darüber, ob der Tumor operativ entfernt werden kann und wenn ja, wie umfangreich die Operation sein wird. Die beiden bildgebenden Verfahren ermöglichen außerdem eine hohe Treffsicherheit bei der Unterscheidung zwischen gutartigem und bösartigem Lebertumor.

Welche der beiden Untersuchungsmethoden bei Ihnen eingesetzt wird, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen. Bei beiden Methoden erhalten Sie vor der Untersuchung ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, das den Tumor in der Computer- bzw. Magnetresonanztomographie besser sichtbar macht.

Röntgen

Mit einem Röntgen des Brustkorbes können Lungenmetastasen festgestellt sowie Herz und Lunge im Hinblick auf eine Operation beurteilt werden.

Gewebeentnahme (Biopsie)

Eine Diagnosesicherung ist oft nur durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung von Tumorgewebe unter dem Mikroskop möglich. Vor Beginn einer Behandlung wird Ihr Arzt daher eine Gewebeprobe aus dem Tumor entnehmen (Biopsie). Dies ist meist ohne große Belastung durch eine Punktion möglich. Dabei wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle mit einer langen, feinen Nadel Gewebe aus der verdächtigen Region entnommen und anschließend untersucht. Die Punktion erfolgt von außen durch die Bauchdecke unter lokaler Betäubung.

Mit Hilfe dieser Biopsie lassen sich einerseits gutartige von bösartigen Veränderungen und andererseits Leberzellkarzinome von Lebermetastasen anderer Tumoren unterscheiden.

Eine Biopsie ist nicht notwendig, wenn die Diagnose aufgrund von CT und Tumormarkerbestimmung (AFP) eindeutig und der Tumor operabel ist.

Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie)

Ist eine Sicherung der Diagnose mit Hilfe der genannten Methoden nicht möglich oder ist nicht eindeutig feststellbar, ob der Tumor bereits in Lymphknoten, das Bauchfell oder in Nachbarorgane gestreut hat, kann eine Spiegelung der Bauchhöhle mit einem Endoskop (Laparoskopie) erforderlich sein. Dabei wird mit einem optischen System in den Bauchraum eingesehen. Gegebenenfalls können während der Laparoskopie auch Gewebeproben und/oder Lymphknoten entnommen werden.

Erscheint eine Entfernung des Tumors erfolgversprechend, so kann der notwendige operative Eingriff noch in der gleichen Narkose erfolgen. Zeigt sich hingegen, dass sich der Tumor bereits auf Gewebe außerhalb der Leber ausgedehnt hat, so bietet eine Operation keine Vorteile. Der Arzt wird in diesem Fall andere Behandlungsmaßnahmen ergreifen.

Spiegelung von Magen (Gastroskopie) und/oder Darm (Koloskopie)

Kann Ihr Arzt nicht eindeutig feststellen, ob es sich bei einem vorhandenen Lebertumor um einen primären oder um einen sekundären Tumor (= Metastasen von anderen Tumoren) handelt, so kann eine Magen- und/oder Darmspiegelung zur Klärung dieser Frage notwendig sein. Denn Magen- und Dickdarmkarzinome bilden besonders häufig Tochtergeschwülste in der Leber.

Bei der Magen- bzw. Darmspiegelung führt der Arzt ein so genanntes Endoskop in den Magen bzw. den Dickdarm des Patienten ein. Das Endoskop ist ein sehr biegsames, etwa fingerdickes Instrument aus Fiberglas, das mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera ausgestattet ist. Ihr Arzt kann so das Innere der Organe auf einem Bildschirm betrachten und, im Falle auffälliger Veränderungen, eine Gewebeprobe entnehmen. Die Gewebeprobe wird anschließend unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht.

Klassifikation des Tumors

Für die individuelle Therapieplanung ist die genauere Bestimmung des Tumors – die so genannte Stadieneinteilung – wichtig.

Fachleute verwenden verschiedene Begriffe (Staging = Stadieneinteilung oder TNM-Klassifikation), um zu definieren, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat.
Die Einteilung erfolgt nach drei Gesichtspunkten:

            T         = Primärtumor
            N         = regionale Lymphknoten*
            M         = Metastasen
                                   *N = Noduli (lat.) = Knoten

Man spricht deshalb auch von der TNM-Klassifikation.

Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe und Ausdehnung (T1-4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-1) und das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen (M0 oder M1). T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen kleinen Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasen (siehe untenstehende Tabelle).

Eine exakte Beurteilung des Tumor-Stadiums (T) ist manchmal erst nach der operativen Entfernung des Tumors möglich. Im Befund steht dann vor den Ziffern ein kleines »p« für pathologisch gesichert.

Ein weiterer Punkt, der bei der Charakterisierung des Tumors eine Rolle spielt, ist die Beschaffenheit des Krebsgewebes. Sie wird bei der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes untersucht (Histologie) und gibt Hinweise auf die Aggressivität des Tumors. Mit Hilfe der mikroskopischen Untersuchung lässt sich auch bestimmen, um welche Art des Leberkarzinoms es sich handelt.

Die Bestimmung der Tumorausbreitung und der histologische Befund ermöglichen Ihrem Arzt die Planung der Behandlungsstrategien und -schritte.

Begriffe zu „T“, „N“, „M“

T – Primärtumor

• TX = Primärtumor kann nicht beurteilt werden

• T0 = kein Hinweis auf Primärtumor

• T1 = einzelner Tumor < 2 cm, ohne Einbruch in die Gefäße

• T2 = einzelner Tumor < 2 cm, mit Einbruch in die Gefäße
oder mehrere Tumoren in einem Lappen < 2 cm ohne Gefäßbefall,
oder einzelner Tumor > 2 cm ohne Befall der Gefäße

• T3 = einzelner Tumor > 2 cm mit Befall der Gefäße
oder mehrere Tumoren in einem Lappen < 2 cm mit Gefäßbefall
oder mehrere Tumoren in einem Lappen mit mind. 1 Tumor > 2 cm
mit oder ohne Befall der Gefäße

• T4 = mehrere Tumoren in mehr als einem Lappen oder Tumor hat
ein großes Gefäß befallen

N – regionale Lymphknoten

• NX = Lymphknoten nicht beurteilbar

• N0 = keine regionären Lymphknotenmetastasen

• N1 = Metastasen in Lymphknoten nachweisbar (bis 2 cm)

M – Metastasen

• MX = Fernmetastasen können nicht beurteilt werden

• M0 = keine Fernmetastasen

• M1 = Fernmetastasen nachweisbar

Behandlungsplanung

Für die Therapie von Leberkrebs kommen mehrere Behandlungsmethoden in Frage. Welche Therapie in Ihrem Fall durchgeführt wird, hängt insbesondere davon ab, wie weit die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Aber auch Ihr Alter und der allgemeine Gesundheitszustand werden bei der Wahl der Behandlungsmethode berücksichtigt.

Das wichtigste Verfahren zur Behandlung von Leberkrebs ist die Leberteilentfernung. Das Ziel dieser Operation ist, den Tumor vollständig zu entfernen und damit die Krankheit zu heilen. Dies kommt allerdings nur in Frage, solange der Tumor auf die Leber beschränkt ist und mit einem ausreichenden Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt werden kann. Wichtig ist außerdem, dass die Leberfunktion durch die Operation nicht zu stark eingeschränkt wird.

Wenn der Leberkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr operierbar ist, kommen verschiedene lokale Verfahren oder örtliche Therapien wie beispielsweise die Chemotherapie zum Einsatz. Diese Behandlungsmethoden können wesentlich zur Heilung beitragen bzw. das Wachstum des Tumors zum Stillstand bringen bzw. tumorbedingte Beschwerden lindern.

Operation / Transplantation

Die Entscheidung für eine Operation oder für eine Lebertransplantation richtet sich insbesondere danach, ob neben der Tumorerkrankung eine Leberzirrhose (= Endstadium einer chronischen Lebererkrankung) vorliegt oder nicht.

Operation

Bei Leberzellkarzinomen ohne Leberzirrhose ist die operative Entfernung des Tumors die Therapie der Wahl. Ihr Ziel ist es, das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und damit die Krankheit dauerhaft zu heilen. Dabei wird nicht nur der Tumor selbst, sondern über dessen Grenzen hinaus gesundes Gewebe mitentfernt, um sicherzustellen, dass keine Krebszellen im Organ verbleiben, die zu einem neuen Tumor heranwachsen können.

Häufig ist eine solche Operation deshalb nicht mehr möglich, weil das verbleibende Lebergewebe nicht mehr ausreicht, um die Organfunktion aufrechtzuerhalten. Vor jeder Operation muss daher die Leberfunktion überprüft werden.

Bei der Operation werden zu Diagnosezwecken immer auch Lymphknoten in der Umgebung entfernt. Durch die feingewebliche (histologische) Untersuchung der Lymphknoten lässt sich die tatsächliche Ausdehnung der Krebserkrankung feststellen und die Behandlung entsprechend anpassen.

Lebertransplantation

Liegt zusätzlich eine Leberzirrhose vor, so ist in frühen Tumorstadien die Lebertransplantation die Therapie der Wahl. Sie beseitigt nicht nur den Lebertumor, sondern auch die zugrunde liegende Lebererkrankung. Allerdings ist die Transplantation nur bei einer relativ kleinen Zahl der Patienten durchführbar. Voraussetzung dafür ist, dass der Tumor nur auf die Leber beschränkt ist und keine Metastasen vorliegen. Kommt eine Transplantation nicht in Frage, so wird geprüft, ob das Karzinom noch operativ entfernt werden kann. Dies hängt von Größe und Lage des Tumors, aber auch von der Leberfunktion und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Ist auch eine Operation nicht möglich, kommen lindernde (palliative) Behandlungsmethoden zum Einsatz.

Palliative Ttherapien

Palliative Therapien werden angewendet, um Beschwerden der Krebserkrankung (z. B. Schmerzen) zu lindern. Bei Leberkrebs können folgende Therapien zur Anwendung kommen:

Ethanol-Injektion

Bei dieser Behandlung wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle mit Hilfe einer feinen Nadel 95-prozentiger Alkohol (Ethanol) in den Tumor gespritzt. Dadurch stirbt das Tumorgewebe ab. Das umgebende Lebergewebe wird dabei kaum geschädigt. Die Behandlung wird meist in mehreren Sitzungen im Abstand von 2–4 Wochen durchgeführt. Häufig muss die Behandlung nach einigen Monaten wiederholt werden.

Radiofrequenz- oder laserinduzierte Thermotherapie

Bei der radiofrequenz- oder laserinduzierten Thermotherapie wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle eine Sonde in den Tumor eingeführt und mit Radiofrequenzwellen bzw. Laserlicht das Gewebe erhitzt. Damit kann Tumorgewebe in einer Größe von 3–5 cm Durchmesser »verkocht«, d. h. zerstört, werden. Die Behandlung erfolgt meist in 1 bis 2 Sitzungen.

Kryotherapie

Alternativ dazu können auch Kältesonden, die durch flüssigen Stickstoff das Gewebe vereisen, mit vergleichbaren Ergebnissen angewandt werden.

Die Auswirkungen dieser beiden Therapien auf den Krankheitsverlauf werden derzeit im Rahmen von klinischen Studien geprüft.

Die Chemoembolisation

Bei dieser Behandlung wird – über einen in die Leberarterie eingeführten Katheter – ein Zytostatikum in die Leber injiziert. Gleichzeitig werden mittels kleiner Teilchen, die sich selbst wieder auflösen, kurzfristig die zum Lebertumor zu- und abführenden Blutgefäße verschlossen, um die Verweildauer des Medikamentes zu erhöhen.

Die transarterielle Chemoembolisation kann mit Thermotherapie oder Ethanolinjektion kombiniert werden. Eine Tumorverkleinerung ist oft möglich; ebenso wie eine Lebensverlängerung.

Die Chemotherapie / chemohormonelle Therapie

Bei großen oder mehreren über die Leber verteilten Tumorherden sind lokale Behandlungsformen oft nicht zielführend. Stattdessen werden Therapien eingesetzt und erprobt, die im ganzen Körper wirksam sind, wie die Chemotherapie.

Die Chemotherapie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Das Leberzellkarzinom spricht jedoch nur schlecht auf Zytostatika an. Daher wird die Chemotherapie nur in seltenen Fällen eingesetzt.

Schmerzbehandlung

Im fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung stehen häufig die Schmerzen im Vordergrund. Sie beeinflussen das Befinden stärker als der Tumor selbst. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist in diesem Falle die wirksame Schmerzbekämpfung.

Mit den heute verfügbaren Medikamenten und Methoden lassen sich Tumorschmerzen in den meisten Fällen gut lindern.

Im Vordergrund steht die Behandlung mit Schmerztabletten, bei sehr starken Schmerzen auch mit Morphium. Die Schmerztherapie wird individuell auf die Schmerzsituation abgestimmt. Schmerzambulanzen und Palliativstationen, die es an vielen Kliniken gibt, verfügen auf diesem Gebiet über besonders kompetente Ansprechpartner.

Zielgerichtete Therapien

Auf der Suche nach spezifischen Krebstherapien, die im Vergleich zur Chemotherapie wenig oder keine (Neben-)Wirkungen auf gesundes Gewebe haben, sind in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt worden.

Zunächst wurde nach spezifischen Eigenschaften der Krebszellen geforscht, die, wenn man sie gezielt unterbricht, zu einem Wachstumsstopp führen. Solche Strukturen werden als Achillesferse angesehen, die mit Hilfe einer Therapie getroffen werden sollen, um so die Krebszellen zu vernichten.

Einige dieser neuen Therapien sind als so genannte »Zielgerichtete Therapien« auch bei Leberkrebs in klinischer Erprobung. Wobei einige dieser Medikamente auch in Tablettenform zur Verfügung stehen.

Sowohl wachstumssignalübermittelnde Strukturen (Tyrosinkinase-Rezeptoren) an Krebszellen, als auch die Zellen des ernährenden Blutgefäßsystems von Tumoren sind Ziele für diese neuen Therapien.

Anti-Angiogenese Therapie

Die Gefäßneubildung in Tumoren ist eine wichtige Voraussetzung für Tumorwachstum, Absiedelung von Krebszellen und Entstehung von Tochtergeschwülsten. Daher werden derzeit in der experimentellen Krebsforschung intensivst Mechanismen und Regelkreise, die zu dieser Gefäßbildung in Tumoren beitragen, untersucht.

Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es gelungen Medikamente zu entwickeln, die eine Gefäßneubildung im Tumor verhindern bzw. unterbrechen, wodurch dieser – mangels an Nährstoffen – »ausgehungert« wird und abstirbt.

In klinischen Untersuchungen wurde nun gezeigt, dass diese neu entwickelten Medikamente bei Krebspatienten wirksam sind bzw. vielversprechende Therapieansätze darstellen.

Nachsorge

Unter Nachsorge versteht man regelmäßige Arztbesuche zur individuellen Beratung und Kontrolle der Genesung. Sie ist deshalb so wichtig, um Nebenwirkungen einer Behandlung zu erkennen und eine gezielte Rehabilitation durchzuführen. Besonders gilt es, ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung (= Rezidiv) frühzeitig / rechtzeitig zu erkennen.

Ihr Arzt erstellt Ihnen einen individuellen Nachsorgeplan, in dem die Art, Ausdehnung sowie die biologischen Eigenschaften Ihrer Krebserkrankung und auch die Art der erhaltenen Therapien berücksichtigt werden.

Je nach Stadium der Erkrankung und nach Art der durchgeführten Therapie bedarf es individueller Nachsorgeuntersuchungen in unterschiedlichen Zeitabständen.

Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, wann und in welchen Abständen Sie welche Untersuchungen machen lassen sollen.

Eine grobe Empfehlung, von der im Individualfall abzuweichen ist, sieht Nachsorgeuntersuchungen in den ersten beiden Jahren nach der Operation oder Bestrahlung vierteljährlich, später in halbjährlichen und dann in jährlichen Abständen vor.

Bei Beschwerden sollten Sie die Nachsorgetermine jedoch nicht erst abwarten, sondern sofort Ihren Arzt aufsuchen!

 
 
 
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