Leberkrebs
Leberkrebs verursacht zu Beginn seines Wachstums nur selten
Beschwerden. Daher werden Lebertumore oft nur im Rahmen von Routineuntersuchungen
gefunden. Die ersten, unspezifischen Anzeichen für einen
Leberkrebs treten meist erst im fortgeschrittenen Stadium der
Krankheit auf.
Folgende Symptome können bei Leberkrebs auftreten:
Druckschmerz im Oberbauch, eine tastbare Schwellung unter dem
rechten Rippenbogen, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder erhöhte
Temperatur bei ungeklärter Ursache, Schwäche, Leistungsminderung,
ungewollte Gewichtsabnahme oder zunehmende Gelbfärbung
der Haut und Augen (Gelbsucht).
Möglicher Krankheitsverlauf
In 80-90 % der Fälle geht Leberkrebs von den Leberzellen
aus und wird daher hepatozelluläres Karzinom genannt. In
10-20 % geht die Krebserkrankung von den Zellen der Gallenwege
der Leber aus und wird daher als cholangiozelluläres
Karzinom bezeichnet.
In vielen Fälle ist der Tumor auch in fortgeschrittenen
Stadien auf die Leber beschränkt. Dabei kann es zu einem
zunehmenden Verlust von funktionsfähigem Lebergewebe kommen.
Leberkrebs kann mit zunehmendem Wachstum – je nach Lage
innerhalb des Organs – auch die Bindegewebskapsel der Leber
durchbrechen und nahegelegenes Gewebe (z. B. das Bauchfell) oder
Lymphknoten befallen.
Über Lymphgefäße und Blutbahnen können
einzelne Krebszellen auch in entfernte Organe gelangen. Dort
können sie sich ansiedeln und erneut vermehren. So entstehen
Tochtergeschwülste (Metastasen). Metastasen treten beim
Leberkrebs zum Beispiel in Lunge, Nebennieren, Knochen und Gehirn
auf.
Risikofaktoren
• Leberzirrhose
• Alkoholmissbrauch
• Hepatitis B + C
• Leberkrebs in der Familie
• Afflatoxine (= Pilztoxine in Schimmelpilzen)
Untersuchungsmethoden zur Diagnose
Bei Verdacht auf Leberkrebs leitet Ihr Arzt die notwendigen
Untersuchungen zur endgültigen Diagnose ein. Damit wird
festgestellt, ob:
1. Es sich um eine gutartige Veränderung oder um eine Krebserkrankung
handelt.
2. Welche Tumorart vorliegt (Histologie) und
3. Wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist (Stadium).
Anamnese und körperliche Untersuchung
Das ausführliche Gespräch mit Ihrem Arzt (Anamnese)
und die körperliche Untersuchung stehen am Beginn des Diagnoseverfahrens.
Damit können schon erste wichtige Hinweise über die
Art der Erkrankung gewonnen werden.
Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
Mittels Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann Ihr Arzt
erkennen, ob ein Tumor der Leber vorliegt und wenn ja, wo er
sich innerhalb des Organs befindet. In vielen Fällen können
bereits Lebertumoren von wenigen Millimetern Größe
identifiziert werden. Spezielle Formen der Ultraschalluntersuchung
(zum Beispiel die farbkodierte Duplexsonographie oder die kontrastmittelverstärkte
Sonographie) können in Einzelfällen zusätzliche
Informationen liefern.
Blutuntersuchungen
Blutuntersuchungen geben Aufschluss über die Funktionen
einzelner Organe wie Nieren, Leber, Herz und Lunge. Bei Verdacht
auf Leberkrebs wird das Blut außerdem auf eine Hepatitis-Infektion
und auf so genannte »Tumormarker« überprüft.
Tumormarker sind Substanzen, die verstärkt von Tumorzellen
gebildet werden. Leberkarzinome produzieren häufig den Tumormarker
Alpha 1-Fetoprotein (AFP), der dann im Blut nachgewiesen werden
kann.
Wird mit diesen ersten Untersuchungen tatsächlich ein Tumor
in der Leber festgestellt, wird Ihr Arzt zur Sicherung der Diagnose
und zur Feststellung der genauen Tumorausbreitung weitere Untersuchungen
heranziehen.
Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomo-graphie (MRT)
Diese beiden Verfahren geben Aufschluss über den genauen
Sitz und die Ausdehnung zu angrenzenden Gewebestrukturen. Sie
geben wichtige Hinweise darüber, ob der Tumor operativ entfernt
werden kann und wenn ja, wie umfangreich die Operation sein wird.
Die beiden bildgebenden Verfahren ermöglichen außerdem
eine hohe Treffsicherheit bei der Unterscheidung zwischen gutartigem
und bösartigem Lebertumor.
Welche der beiden Untersuchungsmethoden bei Ihnen eingesetzt
wird, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen. Bei beiden
Methoden erhalten Sie vor der Untersuchung ein Kontrastmittel
in die Vene gespritzt, das den Tumor in der Computer- bzw. Magnetresonanztomographie
besser sichtbar macht.
Röntgen
Mit einem Röntgen des Brustkorbes können Lungenmetastasen
festgestellt sowie Herz und Lunge im Hinblick auf eine Operation
beurteilt werden.
Gewebeentnahme (Biopsie)
Eine Diagnosesicherung ist oft nur durch die feingewebliche
(histologische) Untersuchung von Tumorgewebe unter dem Mikroskop
möglich. Vor Beginn einer Behandlung wird Ihr Arzt daher
eine Gewebeprobe aus dem Tumor entnehmen (Biopsie). Dies ist
meist ohne große Belastung durch eine Punktion möglich.
Dabei wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle mit einer langen,
feinen Nadel Gewebe aus der verdächtigen Region entnommen
und anschließend untersucht. Die Punktion erfolgt von außen
durch die Bauchdecke unter lokaler Betäubung.
Mit Hilfe dieser Biopsie lassen sich einerseits gutartige von
bösartigen Veränderungen und andererseits Leberzellkarzinome
von Lebermetastasen anderer Tumoren unterscheiden.
Eine Biopsie ist nicht notwendig, wenn die Diagnose aufgrund
von CT und Tumormarkerbestimmung (AFP) eindeutig und der Tumor
operabel ist.
Spiegelung der Bauchhöhle (Laparoskopie)
Ist eine Sicherung der Diagnose mit Hilfe der genannten Methoden
nicht möglich oder ist nicht eindeutig feststellbar, ob
der Tumor bereits in Lymphknoten, das Bauchfell oder in Nachbarorgane
gestreut hat, kann eine Spiegelung der Bauchhöhle mit einem
Endoskop (Laparoskopie) erforderlich sein. Dabei wird mit einem
optischen System in den Bauchraum eingesehen. Gegebenenfalls
können während der Laparoskopie auch Gewebeproben und/oder
Lymphknoten entnommen werden.
Erscheint eine Entfernung des Tumors erfolgversprechend, so
kann der notwendige operative Eingriff noch in der gleichen Narkose
erfolgen. Zeigt sich hingegen, dass sich der Tumor bereits auf
Gewebe außerhalb der Leber ausgedehnt hat, so bietet eine
Operation keine Vorteile. Der Arzt wird in diesem Fall andere
Behandlungsmaßnahmen ergreifen.
Spiegelung von Magen (Gastroskopie) und/oder Darm (Koloskopie)
Kann Ihr Arzt nicht eindeutig feststellen, ob es sich bei einem
vorhandenen Lebertumor um einen primären oder um einen sekundären
Tumor (= Metastasen von anderen Tumoren) handelt, so kann eine
Magen- und/oder Darmspiegelung zur Klärung dieser Frage
notwendig sein. Denn Magen- und Dickdarmkarzinome bilden besonders
häufig Tochtergeschwülste in der Leber.
Bei der Magen- bzw. Darmspiegelung führt der Arzt ein so
genanntes Endoskop in den Magen bzw. den Dickdarm des Patienten
ein. Das Endoskop ist ein sehr biegsames, etwa fingerdickes Instrument
aus Fiberglas, das mit einer Lichtquelle und einer kleinen Kamera
ausgestattet ist. Ihr Arzt kann so das Innere der Organe auf
einem Bildschirm betrachten und, im Falle auffälliger Veränderungen,
eine Gewebeprobe entnehmen. Die Gewebeprobe wird anschließend
unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht.
Klassifikation des Tumors
Für die individuelle Therapieplanung ist die genauere Bestimmung
des Tumors – die so genannte Stadieneinteilung – wichtig.
Fachleute verwenden verschiedene Begriffe (Staging = Stadieneinteilung
oder TNM-Klassifikation), um zu definieren, wie weit sich der
Krebs ausgebreitet hat.
Die Einteilung erfolgt nach drei Gesichtspunkten:
T =
Primärtumor
N =
regionale Lymphknoten*
M =
Metastasen
*N
= Noduli (lat.) = Knoten
Man spricht deshalb auch von der TNM-Klassifikation.
Ziffern hinter den Buchstaben stehen für Größe
und Ausdehnung (T1-4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten
(N0-1) und das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen
(M0 oder M1). T1 N0 M0 bezeichnet zum Beispiel einen kleinen
Tumor ohne Lymphknotenbefall und Metastasen (siehe untenstehende
Tabelle).
Eine exakte Beurteilung des Tumor-Stadiums (T) ist manchmal
erst nach der operativen Entfernung des Tumors möglich.
Im Befund steht dann vor den Ziffern ein kleines »p« für
pathologisch gesichert.
Ein weiterer Punkt, der bei der Charakterisierung des Tumors
eine Rolle spielt, ist die Beschaffenheit des Krebsgewebes. Sie
wird bei der mikroskopischen Untersuchung des entnommenen Gewebes
untersucht (Histologie) und gibt Hinweise auf die Aggressivität
des Tumors. Mit Hilfe der mikroskopischen Untersuchung lässt
sich auch bestimmen, um welche Art des Leberkarzinoms es sich
handelt.
Die Bestimmung der Tumorausbreitung und der histologische Befund
ermöglichen Ihrem Arzt die Planung der Behandlungsstrategien
und -schritte.
Begriffe zu „T“, „N“, „M“
T – Primärtumor
• TX = Primärtumor kann nicht beurteilt werden
• T0 = kein Hinweis auf Primärtumor
• T1 = einzelner Tumor < 2 cm, ohne Einbruch in die
Gefäße
• T2 = einzelner Tumor < 2 cm, mit Einbruch in die
Gefäße
oder mehrere Tumoren in einem Lappen < 2 cm ohne Gefäßbefall,
oder einzelner Tumor > 2 cm ohne Befall der Gefäße
• T3 = einzelner Tumor > 2 cm mit Befall der Gefäße
oder mehrere Tumoren in einem Lappen < 2 cm mit Gefäßbefall
oder mehrere Tumoren in einem Lappen mit mind. 1 Tumor > 2
cm
mit oder ohne Befall der Gefäße
• T4 = mehrere
Tumoren in mehr als einem Lappen oder Tumor hat
ein großes Gefäß befallen
N – regionale Lymphknoten
• NX = Lymphknoten nicht beurteilbar
• N0 = keine regionären Lymphknotenmetastasen
• N1 = Metastasen in Lymphknoten nachweisbar (bis 2 cm)
M – Metastasen
• MX = Fernmetastasen können nicht beurteilt werden
• M0 = keine Fernmetastasen
• M1 = Fernmetastasen nachweisbar
Behandlungsplanung
Für die Therapie von Leberkrebs kommen mehrere Behandlungsmethoden
in Frage. Welche Therapie in Ihrem Fall durchgeführt wird,
hängt insbesondere davon ab, wie weit die Erkrankung zum
Zeitpunkt der Diagnose fortgeschritten ist. Aber auch Ihr Alter
und der allgemeine Gesundheitszustand werden bei der Wahl der
Behandlungsmethode berücksichtigt.
Das wichtigste Verfahren zur Behandlung von Leberkrebs ist die
Leberteilentfernung. Das Ziel dieser Operation ist,
den Tumor vollständig zu entfernen und damit die Krankheit
zu heilen. Dies kommt allerdings nur in Frage, solange der Tumor
auf die Leber beschränkt ist und mit einem ausreichenden
Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt werden kann. Wichtig
ist außerdem, dass die Leberfunktion durch die Operation
nicht zu stark eingeschränkt wird.
Wenn der Leberkrebs zum Zeitpunkt der Diagnose nicht mehr operierbar
ist, kommen verschiedene lokale Verfahren oder örtliche
Therapien wie beispielsweise die Chemotherapie zum
Einsatz. Diese Behandlungsmethoden können wesentlich zur
Heilung beitragen bzw. das Wachstum des Tumors zum Stillstand
bringen bzw. tumorbedingte Beschwerden lindern.
Operation / Transplantation
Die Entscheidung für eine Operation oder für eine
Lebertransplantation richtet sich insbesondere danach, ob neben
der Tumorerkrankung eine Leberzirrhose (= Endstadium einer chronischen
Lebererkrankung) vorliegt oder nicht.
Operation
Bei Leberzellkarzinomen ohne Leberzirrhose ist die operative
Entfernung des Tumors die Therapie der Wahl. Ihr Ziel ist es,
das Tumorgewebe vollständig zu entfernen und damit die Krankheit
dauerhaft zu heilen. Dabei wird nicht nur der Tumor selbst, sondern über
dessen Grenzen hinaus gesundes Gewebe mitentfernt, um sicherzustellen,
dass keine Krebszellen im Organ verbleiben, die zu einem neuen
Tumor heranwachsen können.
Häufig ist eine solche Operation deshalb nicht mehr möglich,
weil das verbleibende Lebergewebe nicht mehr ausreicht, um die
Organfunktion aufrechtzuerhalten. Vor jeder Operation muss daher
die Leberfunktion überprüft werden.
Bei der Operation werden zu Diagnosezwecken immer auch Lymphknoten
in der Umgebung entfernt. Durch die feingewebliche (histologische)
Untersuchung der Lymphknoten lässt sich die tatsächliche
Ausdehnung der Krebserkrankung feststellen und die Behandlung
entsprechend anpassen.
Lebertransplantation
Liegt zusätzlich eine Leberzirrhose vor, so ist in frühen
Tumorstadien die Lebertransplantation die Therapie der Wahl.
Sie beseitigt nicht nur den Lebertumor, sondern auch die zugrunde
liegende Lebererkrankung. Allerdings ist die Transplantation
nur bei einer relativ kleinen Zahl der Patienten durchführbar.
Voraussetzung dafür ist, dass der Tumor nur auf die Leber
beschränkt ist und keine Metastasen vorliegen. Kommt eine
Transplantation nicht in Frage, so wird geprüft, ob das
Karzinom noch operativ entfernt werden kann. Dies hängt
von Größe und Lage des Tumors, aber auch von der Leberfunktion
und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Ist auch eine Operation
nicht möglich, kommen lindernde (palliative) Behandlungsmethoden
zum Einsatz.
Palliative Ttherapien
Palliative Therapien werden angewendet, um Beschwerden der Krebserkrankung
(z. B. Schmerzen) zu lindern. Bei Leberkrebs können folgende Therapien
zur Anwendung kommen:
Ethanol-Injektion
Bei dieser Behandlung wird unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle
mit Hilfe einer feinen Nadel 95-prozentiger Alkohol (Ethanol) in
den Tumor gespritzt. Dadurch stirbt das Tumorgewebe ab. Das umgebende
Lebergewebe wird dabei kaum geschädigt. Die Behandlung wird
meist in mehreren Sitzungen im Abstand von 2–4 Wochen durchgeführt.
Häufig muss die Behandlung nach einigen Monaten wiederholt
werden.
Radiofrequenz- oder laserinduzierte Thermotherapie
Bei der radiofrequenz- oder laserinduzierten Thermotherapie wird
unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle eine Sonde in den Tumor eingeführt
und mit Radiofrequenzwellen bzw. Laserlicht das Gewebe erhitzt.
Damit kann Tumorgewebe in einer Größe von 3–5
cm Durchmesser »verkocht«, d. h. zerstört, werden.
Die Behandlung erfolgt meist in 1 bis 2 Sitzungen.
Kryotherapie
Alternativ dazu können auch Kältesonden, die durch flüssigen
Stickstoff das Gewebe vereisen, mit vergleichbaren Ergebnissen
angewandt werden.
Die Auswirkungen dieser beiden Therapien auf den Krankheitsverlauf
werden derzeit im Rahmen von klinischen Studien geprüft.
Die Chemoembolisation
Bei dieser Behandlung wird – über einen in die Leberarterie
eingeführten Katheter – ein Zytostatikum in die Leber
injiziert. Gleichzeitig werden mittels kleiner Teilchen, die sich
selbst wieder auflösen, kurzfristig die zum Lebertumor zu-
und abführenden Blutgefäße verschlossen, um die
Verweildauer des Medikamentes zu erhöhen.
Die transarterielle Chemoembolisation kann mit Thermotherapie
oder Ethanolinjektion kombiniert werden. Eine Tumorverkleinerung
ist oft möglich; ebenso wie eine Lebensverlängerung.
Die Chemotherapie / chemohormonelle Therapie
Bei großen oder mehreren über die Leber verteilten
Tumorherden sind lokale Behandlungsformen oft nicht zielführend.
Stattdessen werden Therapien eingesetzt und erprobt, die im ganzen
Körper wirksam sind, wie die Chemotherapie.
Die Chemotherapie zielt darauf ab, Krebszellen im ganzen Körper
durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten.
Das Leberzellkarzinom spricht jedoch nur schlecht auf Zytostatika
an. Daher wird die Chemotherapie nur in seltenen Fällen eingesetzt.
Schmerzbehandlung
Im fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung stehen häufig
die Schmerzen im Vordergrund. Sie beeinflussen das Befinden stärker
als der Tumor selbst. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist
in diesem Falle die wirksame Schmerzbekämpfung.
Mit den heute verfügbaren Medikamenten und Methoden lassen
sich Tumorschmerzen in den meisten Fällen gut lindern.
Im Vordergrund steht die Behandlung mit Schmerztabletten, bei
sehr starken Schmerzen auch mit Morphium. Die Schmerztherapie wird
individuell auf die Schmerzsituation abgestimmt. Schmerzambulanzen
und Palliativstationen, die es an vielen Kliniken gibt, verfügen
auf diesem Gebiet über besonders kompetente Ansprechpartner.
Zielgerichtete Therapien
Auf der Suche nach spezifischen Krebstherapien, die im Vergleich
zur Chemotherapie wenig oder keine (Neben-)Wirkungen auf gesundes
Gewebe haben, sind in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte
erzielt worden.
Zunächst wurde nach spezifischen Eigenschaften der Krebszellen
geforscht, die, wenn man sie gezielt unterbricht, zu einem Wachstumsstopp
führen. Solche Strukturen werden als Achillesferse angesehen,
die mit Hilfe einer Therapie getroffen werden sollen, um so die
Krebszellen zu vernichten.
Einige dieser neuen Therapien sind
als so genannte »Zielgerichtete
Therapien« auch bei Leberkrebs in klinischer Erprobung. Wobei
einige dieser Medikamente auch in Tablettenform zur Verfügung
stehen.
Sowohl wachstumssignalübermittelnde Strukturen (Tyrosinkinase-Rezeptoren)
an Krebszellen, als auch die Zellen des ernährenden Blutgefäßsystems
von Tumoren sind Ziele für diese neuen Therapien.
Anti-Angiogenese Therapie
Die Gefäßneubildung in Tumoren ist eine wichtige Voraussetzung
für Tumorwachstum, Absiedelung von Krebszellen und Entstehung
von Tochtergeschwülsten. Daher werden derzeit in der experimentellen
Krebsforschung intensivst Mechanismen und Regelkreise, die zu dieser
Gefäßbildung in Tumoren beitragen, untersucht.
Auf Basis dieser Erkenntnisse ist es gelungen Medikamente zu entwickeln,
die eine Gefäßneubildung im Tumor verhindern bzw. unterbrechen,
wodurch dieser – mangels an Nährstoffen – »ausgehungert« wird
und abstirbt.
In klinischen Untersuchungen wurde nun gezeigt, dass diese neu
entwickelten Medikamente bei Krebspatienten wirksam sind bzw. vielversprechende
Therapieansätze darstellen.
Nachsorge
Unter Nachsorge versteht man regelmäßige Arztbesuche
zur individuellen Beratung und Kontrolle der Genesung. Sie ist
deshalb so wichtig, um Nebenwirkungen einer Behandlung zu erkennen
und eine gezielte Rehabilitation durchzuführen. Besonders
gilt es, ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung (= Rezidiv)
frühzeitig / rechtzeitig zu erkennen.
Ihr Arzt erstellt Ihnen einen individuellen Nachsorgeplan, in
dem die Art, Ausdehnung sowie die biologischen Eigenschaften Ihrer
Krebserkrankung und auch die Art der erhaltenen Therapien berücksichtigt
werden.
Je nach Stadium der Erkrankung und nach Art der durchgeführten
Therapie bedarf es individueller Nachsorgeuntersuchungen in unterschiedlichen
Zeitabständen.
Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, wann und in welchen Abständen
Sie welche Untersuchungen machen lassen sollen.
Eine grobe Empfehlung, von der im Individualfall abzuweichen ist,
sieht Nachsorgeuntersuchungen in den ersten beiden Jahren nach
der Operation oder Bestrahlung vierteljährlich, später
in halbjährlichen und dann in jährlichen Abständen
vor.
Bei Beschwerden sollten Sie die Nachsorgetermine jedoch nicht
erst abwarten, sondern sofort Ihren Arzt aufsuchen! |