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  Krebs im Lippen-, Mundhöhlen- und Rachenbereich  
     
 

Allgemeines:
Die Mundhöhle reicht von der Schleimhautgrenze der Lippe bis zum Übergang vom harten in den weichen Gaumen (Rachen) und ist eine der häufigsten Lokalisationen von Krebserkrankungen im Kopf- Halsbereich.
Weitere Krebsformen wie Krebs des Mundhöhlenbodens, der Zunge, des Zungengrundes, der Mandeln (Tonsillen) und der Rachenwand werden von den Medizinern auch dazu gezählt.

Entstehung und Risiko:
Tabakkonsum und besonders auch gleichzeitiger Alkoholmissbrauch sind wesentliche Risikofaktoren für Krebserkrankungen in dieser Lokalisation. Schlechte Mundhygiene und falsche Ernährung gelten ebenfalls als Risikofaktoren. Extreme Sonnenexposition kann zu Lippenkrebs führen. Etwa 90 % der Karzinome in diesem Bereich sind Plattenepithelkarzinome. Weiße Flecken sogenannte Leukoplakien sind Krebsvorstufen die sich unter bestimmten Therapien auch zurückbilden können. Männer sind 2 - 3 mal häufiger betroffen wie Frauen. In Österreich wurde 1998 bei 239 Frauen und bei 677 Männern die Diagnose Krebs im Lippen-, Mundhöhlen- und Rachenbereich gestellt.

Symptome:
Warnsignale des Körpers hängen vom Entstehungsort der Geschwulst ab und können folgende Symptomatik beinhalten: Chronisches nicht-heilendes, eventuell blutendes Geschwür, weißer Fleck (Leukoplakie), pelziger Belag, Schmerzen, Schwellung der Drüsen (Lymphknoten) im Bereich des Kiefers und des Halses, Schleimhautwucherungen (Tumoren) die eventuell rasch größer werden, Sprechschwierigkeiten (Zunge).

Diagnose:
Eine eingehende Dokumentation der Lebensgewohnheiten (Essen, Alkohol, Tabak) und eine körperliche Untersuchung, die eine Inspektion der Mundhöhle mit Spatel und Spiegel und eine Abtastung der Kopf-, Halsregion auf Lymphknoten-vergrößerungen beinhaltet, sind die ersten Maßnahmen die vom Arzt getroffen werden, um die Diagnose zu stellen. Mittels Computertomographie, Kernspintomographie, Sonographie und Thoraxröntgen wird die Ausdehnung der Tumorerkrankung bestimmt. Eine Feinnadelaspiration dient der gezielten Entnahme von verdächtigem Gewebe, das dann unter dem Mikroskop untersucht wird und zur Diagnose bzw Planung von Therapiemaßnahmen führt.

Therapie:
In Abhängigkeit zur Lokalisation und Ausdehnung der Krebserkrankung und dem Befall von Lymphknoten gibt es folgende Therapiemöglichkeiten.

  • Operation:
    Gute Zugänglichkeit für chirurgische Maßnahmen machen bei einem Großteil dieser Tumoren eine Operation zur Therapie der Wahl. Auch bei größeren und ausgedehnten Tumoren besteht eine gute Möglichkeit für Rekonstruktionsmaßnahmen, dh. die Deckung der durch die Operation entstandenen Defekte, durch weitere operative Maßnahmen. Alle diese chirurgischen Eingriffe sind darauf ausgerichtet, die Gesichtsform und ganz besonders auch die Funktionen der verschiedenen Regionen zu erhalten. Die Deckung eines Defektes, kann mit körpereigenem Material oder mit formbarem Fremdmaterial wie Silikon etc, durchgeführt werden. Bei Ausbreitung der Erkrankung in den Lymphknoten, wird eine Entfernung dieser Lymphstation angestrebt (Neck Dissektion).
  • Strahlentherapie:
    Bei umschriebenen Läsionen sind die lokale Strahlentherapie und Bestrahlung des Lymphabflusses eine Alternative zur Chirurgie. Eine Strahlentherapie kann aber auch postoperativ als sogenannte adjuvante Therapie durchgeführt werden. Sie beginnt innerhalb von 6 Wochen nach der Operation, wobei besonders auch die Halslymphabflussgebiete mitbestrahlt werden. Die Kombination Strahlen- und Chemotherapie, wird primär bei nicht radikal operierten Tumoren durchgeführt.
  • Chemotherapie:
    Tumoren im Kopf- Halsbereich sind Plattenepithelkarzinome und daher eher mäßig empfindlich gegenüber Chemotherapien. Eine Reihe von neuen Substanzen sind jedoch wirksam. Häufig wird Chemo- in Kombination mit Strahlentherapie gegeben. Kombinationen von mehreren Präparaten werden ebenso eingesetzt.

 

 
 
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