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  Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)  
 

 

 
Broschüre Lungenkrebs

Lungenkrebs (= Bronchialkarzinom) zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen. Jährlich erkranken daran weltweit ca. 60.000 bis 100.000 Menschen, Tendenz ist steigend. Mehr als 85 % dieser Krebserkrankungen treten bei Rauchern oder Ex-Rauchern auf. In Österreich wurde im Jahr 2002 bei 2.521 Männern und bei 1.161 Frauen die Diagnose Lungenkrebs gestellt. Das Durchschnittsalter, in dem die Diagnose gestellt wird, liegt zwischen dem 58. und 65. Lebensjahr.

 
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Die Lunge


Aufbau der Lunge

Die Lunge dient der Atmung, d. h. dem lebenswichtigen Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxyd zwischen Blut und Außenwelt.

Die Lunge liegt zusammen mit dem Herzen und den großen Blutgefäßen in der Brusthöhle. Sie besteht aus dem rechten und dem linken Lungenflügel. Die Luftröhre und deren Abzweigungen in Äste (Bronchien) dienen dem Zu- und Abtransport der Atemluft und die nachfolgenden Lungenbläschen dem Gasaustausch.

Die Schleimhaut, mit der diese Lungenabschnitte ausgekleidet sind, ist vielfachen äußeren schädigenden Einflüssen und da besonders krebserregenden Stoffen ausgesetzt. Lungenkrebs entsteht in diesen Abschnitten der Lunge.



 
Aufbau der Lunge  


Lungenkrebs

Man unterscheidet zwei Gruppen von Lungenkrebs. Diese Unterteilung ist aus medizinischer Sicht wichtig, weil die Therapie danach gezielt ausgerichtet wird.

Das nicht kleinzellige Lungenkarzinom

Der nicht kleinzellige Typ macht ca. 75 % der Krebserkrankungen der Lunge aus. Es wird eingeteilt in:
- das Plattenepithelkarzinom
- das Adenokarzinom und
- das großzellige Karzinom.

Kleinzelliges Lungenkarzinom

Das kleinzellige Lungenkarzinom (ca. 20 % der Erkrankungen) breitet sich rasch über den Blutweg und die Lymphbahnen aus.

Risikofaktoren

Tabakrauchen
Risikofaktor Nr. 1 ist Rauchen! 90 % der Lungenkrebspatienten sind Raucher oder Exraucher.

Belastungen der Atmungsorgane
Die Belastungen der Atmungsorgane durch Umweltfaktoren können durch Tabakrauch verstärkt werden.

Vererbung
Vor allem bei Rauchern können bestimmte genetische Voraussetzungen eine Rolle bei der Entstehung von Lungenkrebs spielen.

Warnsignale:

Neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten, Verschlimmerung eines chronischen Hustens, Heiserkeit, Kurzatmigkeit, Blutspuren und Auswurf, Brustschmerz, Schluckbeschwerden, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Senkung der Leistungsfähigkeit, starker Gewichtsverlust

Die Warnzeichen können für verschiedene Erkrankungen von Lunge und Atemwegen stehen. Bei Rauchern sind es aber Alarmzeichen! Suchen Sie auf jeden Fall unverzüglich Ihren Arzt auf!

Untersuchungsmethoden zur Diagnose

Erstuntersuchung
Häufig ist es so, dass der Patient aufgrund von Symptomen oder Warnsignalen den Arzt aufsucht. Es folgen danach mehrere Untersuchungen wie Lungenröntgen, um festzustellen, ob es sich um eine Atemwegserkrankung oder um einen Tumor handelt.

Meist wird auch ein Laborbefund erhoben. Dabei wird Blut und Harn auf Veränderungen untersucht.

Computertomographie (CT)
Neben dem Röntgen ist es notwendig, auch ein CT vom Brustkorb (Thorax) durchzuführen.

Bronchoskopie
Die Spiegelung und Begutachtung  der Bronchien und deren Verzweigungen ist eine der wichtigsten Maßnahmen bei Verdacht auf Lungenkrebs. Dabei wird ein biegsames Rohr über die Nase in die Luftröhre bis in die Bronchien vorgeschoben. Ein optisches System aus Glasfasern erlaubt die Betrachtung der Schleimhäute.

Biopsie
Im Rahmen der Untersuchung ist zugleich die Entnahme von Gewebsproben (Biopsie) möglich, die dann mikroskopisch untersucht werden. Auf Basis dieses Befundes lässt sich die definitive Diagnose erstellen.
Während der Bronchoskopie kann  auch Sekret entnommen und zytologisch auf Krebszellen untersucht werden (Zytologie).

Lungenfunktionsprüfung
Ziel der Lungenfunktionsprüfung ist es, den Funktionszustand der Atemwege und der Lungen möglichst genau zu erfassen.
Die Standarduntersuchungen zur Lungenfunktionsprüfung werden mittels Spirometer durchgeführt. Die erhaltenen Werte werden mit Sollwerten verglichen.

Weitere Untersuchungen
Neben diesen Diagnoseverfahren sind weiterführende Untersuchungen zur Bestimmung des Krebs-Stadiums (s. S. 11) notwendig, um das therapeutische Vorgehen zu definieren. Untersucht werden die Thoraxorgane (andere Lungenseite), Lymphknotenstationen, Bauchhöhle (Leber, Nebennieren), das Skelettsystem und auch das Hirn mittels so genannter bildgebender Verfahren.

Nuklearmedizinische Untersuchungen

PET Scan
Dieses Verfahren beruht auf der Injektion von radioaktiv markierten Stoffen (Zucker), die sich als Stoffwechselprodukte im Tumor anreichern. Bei einem Tumor geht ein gesteigertes Wachstum mit einem erhöhten Energiebedarf einher, wodurch sich die eingesetzte radioaktive Substanz anreichert. Sie hebt sich daher deutlich von der Umgebung ab und lässt sich mittels PET Scan gut erkennen.

Knochenscan
Lungenkrebs bildet häufig Metastasen in Knochen. Mittels Knochenscans (Knochenszintigramm) können diese Metastasen früher als mit Röntgenaufnahmen erkannt werden. Dabei wird dem Patienten eine geringe Menge eines kurzlebigen radioaktiven Stoffes injeziert. Dieser reichert sich in den Arealen der Metastasen kurzfristig an. Die Verteilung der radioaktiven Substanz kann durch eine Kamera (Scanner) aufgenommen werden. Das erhaltene Bild nennt man »Szintigramm«.

All diese Untersuchungen werden manchmal von Patienten als belastend empfunden, sind aber notwendig, um das genaue Krankheitsstadium und die Ausbreitung zu bestimmen. Denn jede Untersuchung dient dazu, um ein möglichst umfassendes und genaues Bild der Erkrankung zu erhalten und Ihnen, dem Patienten, raschest möglich und bestmöglich zu helfen.

Steht die Diagnose fest, muss – um eine maßgeschneiderte Therapie für den Patienten zu wählen – der Tumor klassifiziert werden, d. h. die genaue Tumorart und das Tumorstadium ermittelt werden.

Klassifikation des Tumors

Für die individuelle Therapieplanung ist die genauere Bestimmung des Tumors – die so genannte Stadieneinteilung – wichtig.

Folgende Untersuchungen werden zur Stadieneinteilung herangezogen: Ultraschall vom Bauchraum, Untersuchung des Mittelraumes zwischen den Lungen auf Lymphknotenabsiedelungen (PET Scan), Überprüfung der Lungenfunktion (besonders zur Planung von Operation oder lokaler Strahlentherapie). Bei Knochenschmerzen wird eine Ganzkörperknochenszintigraphie durchgeführt.

Klassifikation des Tumors

Fachleute verwenden verschiedene Begriffe (Staging = Stadieneinteilung oder TNM-Klassifikation), um zu definieren, wie weit sich der Krebs ausgebreitet hat.
Die Einteilung erfolgt nach drei Gesichtspunkten:

            T         = Tumor
            N         = regionale Lymphknoten*
            M         = Metastasen
                                   *N = Noduli (lat.) = Knoten

Man spricht deshalb auch von der TNM-Klassifikation.

Begriffe zu „T“, „N“, „M“

T = Lokale Ausdehnung (Größe) des Primärtumors (Tx, T1–T4)
Bei der T-Kategorie beschreiben die Ziffern 1 bis 4 die zunehmende Ausdehnung (Größe) des Primärtumors.
N = Befall von regionären Lymphknoten (N0–N3)
Die Zusätze zur N-Kategorie richten sich nach der Zahl und der Lage der von Krebszellen befallenen regionalen, also einer bestimmten Körperregion zugehörigen Lymphknoten. Auch hier kann durch Kleinbuchstaben weiter unterteilt werden. Metastasen in nicht regionären Lymphknoten gelten als Fernmetastasen.
M = Fernmetastasen (M0–M1)
Bei der M-Kategorie wird nur zwischen Abwesenheit (M0) und Anwesenheit (M1) von Fernmetastasen unterschieden, gegebenenfalls unter Angabe, wo die Metastase sitzt (z. B.: PUL = Lunge).

Stadieneinteilung der Erkrankung

Entsprechend der TNM-Klassifikation des Tumors, der Tumorausbreitung wird das Stadium der Erkrankung definiert. Diese Stadieneinteilung ist die wesentliche Grundlage für die Therapieplanung.

Eine ganz exakte Beurteilung des TNM-Stadiums ist nur nach operativer Entfernung des Tumors möglich und für den Behandlungsplan wichtig. Der Behandlungsplan d. h. die Wahl der Therapie ist daher abhängig von:
- Tumortyp (kleinzellige versus nicht kleinzellige Form)
- Ausbreitung (Stadium) der Erkrankung
- Allgemeinzustand des Patienten
- Lungenfunktion
- etwaigen Begleiterkrankungen.

Stadieneinteilung

Stadium IA:

T1

N0

M0

Stadium IB:

T2

N0

M0

Stadium IIA:

T1

N1

M0

Stadium IIB:

T2

N1

M0

 

T3

N0

M0

Stadium IIIA

T1

N2

M0

 

T2

N2

M0

 

T3

N1, N2

M0

Stadium IIIB

jedes T

N3

M0

 

T4

jedes N

M0

Stadium IV:

jedes T

jedes N

M1



Operation

Für den Patienten ist der genaue Plan einer onkologischen Therapie nicht immer leicht verständlich.

Fragen Sie daher Ihren behandelnden Arzt, wie die geplante Therapie abläuft und mit welchen Begleiterscheinungen Sie möglicherweise rechnen müssen. Es ist wichtig, dass Sie alle Behandlungsschritte verstehen, denn nur so können verständliche Ängste durch Wissen beseitigt werden.

Bitte lassen Sie sich daher stets alle Fragen, die sich Ihnen stellen, auch beantworten. Es geht um Ihre Gesundheit, Ihr Leben. Sie haben ein Recht, Fragen zu stellen!

Falls Ihre Fragen nicht ausreichend beantwortet werden oder Sie unsicher sind, fragen Sie lieber noch einmal nach. Je besser Sie die Behandlungsschritte verstehen, um so eher verstehen Sie, was auf Sie zukommt. Sie haben auch immer das Recht, eine Zweitmeinung einzuholen.

Die Operation

Die Entscheidung, ob bei Ihnen zuerst eine Chemotherapie durchgeführt wird und nachfolgend die Operation oder ob zuerst operiert und dann eine Chemotherapie angeschlossen wird, wird in einem Ärzteteam beraten. Dieses besteht aus verschiedenen Experten (Chirurg, Internist/Pulmologe und Strahlentherapeut).

Das Ärzteteam schlägt Ihnen eine Therapie vor. Diese Entscheidung ist unter anderem abhängig vom Stadium der Erkrankung.
 
Im Rahmen der Operation wird versucht, das vom Krebs befallene Gewebe möglichst vollständig zu entfernen.

Dabei muss sichergestellt sein, dass nach Entfernung eines Teils der Lunge die verbliebenen Lungenabschnitte in der Lage sind, die Atemfunktion ausreichend zu erfüllen.

Sind die zu erwartenden Belastungen zu groß und sind voraussichtlich keine Leistungsreserven der verbleibenden Lunge vorhanden, muss eine andere Therapie gewählt werden.

Strahlentherapie

Unter Strahlentherapie versteht man die Anwendung von energiereichen (ionisierenden) Strahlen zur Therapie von Tumorerkrankungen. Ziel ist die Verkleinerung des Tumors.

Die Strahlentherapie kann auch als zusätzliche Maßnahme nach der Operation und/oder mit der Chemotherapie kombiniert durchgeführt werden. In diesem Fall dient sie zur Sicherung des Erfolges der Operation.

Kurative Strahlentherapie

Dieser Therapieansatz hat die Heilung der Tumorerkrankung zum Ziel und kann sowohl bei einem bestehenden Tumor als auch vorbeugend durchgeführt werden, wenn befürchtet wird, dass im Operationsgebiet noch   Tumorzellen zurückgeblieben sind.

Weiters kann in bestimmten Stadien eine Kombination von Strahlen- und Chemotherapie mit kurativem Ziel eingesetzt werden.

Palliative Strahlentherapie

In bestimmten Stadien wird diese zur Linderung der Symptome eingesetzt (bei Metastasen in Hirn, Knochen und Weichteilen).
Die Möglichkeiten der Strahlentherapie sind bei großer Ausbreitung des Tumors eingeschränkt, da größere Lungenabschnitte nicht intensiv bestrahlt werden dürfen, weil dadurch eine Einbuße der Lungenfunktion zu erwarten ist.

Die Strahlentherapie erfolgt in der Regel ambulant. Im Gegensatz zur Chemotherapie handelt es sich bei der Strahlentherapie um eine rein lokale Therapie, d. h. sie wirkt nur dort, wo das Bestrahlungsfeld ist.


Chemotherapie

Die Behandlung von Krebserkrankungen mit chemischen Stoffen (Chemotherapeutika = Zytostatika) wird als Chemotherapie bezeichnet. Sie hat das Ziel, bevorzugt Tumorzellen – unter größtmöglicher Schonung der gesunden Körperzellen – abzutöten.

Chemotherapie hatte ihre Anfänge in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, als auf Basis von Gift-/Kampfstoffen Medikamente entwickelt wurden, die eine gesteigerte Zellteilung wie – z. B. bei Krebs – hemmen.

Heute steht eine Vielzahl von Medikamenten, die große Unterschiede sowohl bezüglich der Wirkmechanismen als auch der Wirksamkeiten aufweisen, zur Chemotherapie von Krebserkrankungen zur Verfügung.

In den verschiedenen Erkrankungsstadien wird eine Therapie mit Zytostatika mit unterschiedlichen Zielsetzungen eingesetzt.

Mehrere Zytostatika sind in der Therapie des Lungenkrebses seit Jahren etabliert, zusätzlich stehen neue, teilweise besser wirksame bzw. solche mit neuen Wirkmechanismen zur Verfügung.

Besonders wirksam ist die Chemotherapie beim kleinzelligen Bronchuskarzinom, das wegen seiner frühzeitigen Metastasierungstendenz nur selten operiert wird.

Adjuvante Chemotherapie

Bei Patienten in bestimmten – auch frühen – Stadien der Erkrankung kann es trotz kompletter operativer Entfernung des Primärtumors in Folge zum Auftreten von Fernmetastasen kommen. Daher wird häufig im Anschluss an die Operation eine adjuvante Chemotherapie vorgenommen. Sie soll einen Rückfall (Rezidiv) vermeiden.

Präoperative Chemotherapie

Diese auch als »neoadjuvante« Chemotherapie bezeichnete Maßnahme wird im Stadium III und zunehmend auch in Frühstadien eingesetzt.

Vorteil der präoperativen Chemotherapie ist bei Therapieansprechen eine Reduktion des Tumorvolumens und der Tumorausbreitung. Dadurch wird die operative Entfernung von ursprünglich nur schwer operablen Tumoren erleichtert.

Die präoperative Chemotherapie vernichtet auch eventuell bereits vorhandene Metastasen im Organismus.

Palliative Chemotherapie

Die palliative Chemotherapie wird in fortgeschrittenen Stadien (Stadium IV) sowie im Rezidiv eingesetzt.

Ziel dieser Therapie ist die Linderung von Symptomen (Schmerzen, Atemnot etc.), Verbesserung der Lebensqualität und Verlängerung der Überlebenszeit.
Eine Symptomkontrolle wird bei 50 – 70 % der symptomatischen Patienten erzielt.

Die in den letzten Jahren entwickelten neuen Zytostatika führten zu einer weiteren Verbesserung der Therapieergebnisse und zu einer geringeren Nebenwirkungsrate und damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität.

Zielgerichtete Therapien

Auf der Suche nach spezifischen Krebstherapien, die im Vergleich zur Chemotherapie wenig oder keine (Neben-)Wirkungen auf gesundes Gewebe haben, sind in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte erzielt worden.

Zunächst wurde nach spezifischen Merkmalen von Krebszellen geforscht, die, wenn man sie gezielt beseitigt, zu einem Wachstumsstopp führen. Solche Strukturen sind als »Achillesferse« anzusehen; werden sie von einer Therapie getroffen kommt es zur Vernichtung der Krebszellen.

Beispiele für diese Therapien sind die gezielte Unterdrückung/Blockade von Wachstumssignalen in Krebszellen oder die Hemmung der Ausbildung einer tumoreigenen Gefäßversorgung sowie die Aktivierung des programmierten Zelltods von Krebszellen, der nicht richtig funktioniert oder »deaktiviert« ist.

»Kleine Moleküle«, (zur oralen Anwendung in Tablettenform) und auch verschiedene Antikörper wurden entwickelt, um diese für Krebszellen wichtigen Signalwege zu unterbrechen. Mehrere dieser Ansätze  sind in der klinischen Entwicklung (siehe auch »Klinische Studien«) bzw. bereits als Arzneispezialität in Österreich zugelassen und damit in klinischer Anwendung.

Angriffspunkte für diese Therapien sind Bindungsstellen (Rezeptoren) für Wachstumsfaktoren. Die Blockade des so genannten »epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors« (EGFR), hat beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs in klinischen Studien eine therapeutische Wirkung gezeigt.

Antikörper, die eine Gefäßneubildung in Tumoren hemmen  – so genannte Angiogeneseinhibitoren – haben sich ebenfalls bei Lungenkrebs in spezifischen Situationen  bewährt.

Weitere neue Substanzen zur zielgerichteten Therapie sind derzeit in Erprobung.

Immuntherapien in Form von »Tumorimpfungen« = Vakzinationstherapien wurden schon mehrfach auf Wirksamkeit untersucht. Die Ergebnisse waren bisher allerdings bei vielen Krebserkrankungen und so auch bei Lungenkrebs enttäuschend.

Klinische Studien

Viele Krebspatienten leben heute länger und besser. Dies verdanken wir auch den Ergebnissen von »Klinischen Studien«. Denn diese haben das Ziel, neue Medikamente und Therapien auf ihre Wirksamkeit zu prüfen.

Nach Registrierung als Arzneimittel wird das neue Medikament in die tägliche Praxis eingeführt und dadurch auch die Prognose des individuellen Patienten verbessert.

Gerade in den letzten Jahren wurden durch die enormen Fortschritte der Krebsforschung Substanzen mit neuen Wirkmechanismen entdeckt und als Krebsmedikamente für zielgerichtete Therapien entwickelt.
 
Manche Menschen verbinden mit dem Begriff »Klinische Studien« Mythen und Ängste des »Experimentierens« oder die Vorstellung, ein »Versuchskaninchen« zu sein. Dem ist nicht so, diese Studien werden von der Ethik-Kommission auf Aspekte der Ethik, Patientensicherheit und des wissenschaftlichen Wertes sorgfältig überprüft.

Nachsorge

Die Nachkontrolle (Labor, Tumormarker, bildgebende Verfahren) ist sowohl nach Operation, Chemo- und/oder Strahlentherapie, als auch nach neuen Therapien notwendig. Es gilt dabei individuelle Nebenwirkungen einer Behandlung zu erkennen und eine gezielte Rehabilitation durchzuführen. Vor allem soll ein mögliches Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv) frühzeitig/rechtzeitig erkannt werden.

Je nach Stadium der Erkrankung, nach Art der durchgeführten Behandlung und anderen Einflussfaktoren bedarf es individueller Nachsorgeuntersuchungen in unterschiedlichen Zeitabständen. Daher erstellt der Arzt einen individuellen Nachsorgeplan.

Bei Beschwerden sollten Sie die Nachsorgetermine nicht erst abwarten, sondern sofort Ihren Arzt aufsuchen!

Mit dem Rauchen aufhören!

Sie sollten unbedingt versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Wenn die Behandlung mit dem Ziel der Heilung durchgeführt wurde, kann sich dadurch das Risiko für ein zweites Karzinom in der Lunge verringern lassen. Das ist vor allem für die Lungenfunktion und die Vorbeugung von Komplikationen wichtig. Hilfestellung bieten dazu die Beratungsstellen der Österreichischen Krebshilfe.

Atemübungsprogramme

Besonders bei operierten Patienten werden atemgymnastische Übungen empfohlen. Sie können die Belüftung der Lunge und damit die Sauerstoffversorgung des Blutes verbessern und tragen zur Wiedererlangung und Erhaltung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit bei.

Ernährung

Bei Patienten mit Lungenkrebs spielt die Ernährung schon deshalb eine wichtige Rolle, weil viele von ihnen durch die Erkrankung und die Behandlung an Appetitstörungen und Gewichtsverlust leiden. Eine gesunde, vollwertige Ernährung kann den Allgemeinzustand günstig beeinflussen und trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei.


 
 
 
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