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  Magenkrebs  
     
 

Allgemeines:
Der Magen schließt unterhalb des Zwerchfelles an die Speiseröhre an und geht in den Zwölffingerdarm über. Der Magen wird in 5 Abschnitte gegliedert: Die Speiseröhreneinmündung (Kardia), Magengewölbe (Fundus), den Körper (Korpus), Abschnitt vor dem Pförtner (Antrum) und den Pförtner (Pylorus). In der Schleimhaut, der Auskleidung der Magen- Innenwand, befinden sich säure- und sekret-bildende Zellen, die Magensäure bzw den Schleim (Schutzschicht) bilden. Magenkrebs geht in bis zu 90 % von diesen drüsenbildenden Zellen aus. Man bezeichnet diesen Typ daher als Adenokarzinom.

Entstehung und Risiko:
Magenkrebs war in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts eine der häufigsten Krebserkrankungen in den Industrienationen der westlichen Welt. Seit Jahrzehnten ist ein starker Rückgang der Erkrankungsfälle besonders in West-Europa zu verzeichnen. In Japan ist die Inzidenz derzeit am höchsten. In Österreich wurde 1999 bei 774 Frauen (12,1 pro 100.00) und bei 798 Männern, die Diagnose Magenkrebs (22.9 pro 100.000) gestellt.

Risikofaktoren:
Die Besiedelung des Magens mit einem Keim der Helicobacter pylori genannt wird, ist eine mitauslösende Ursache für Magenkrebs. Weiters spielen Ernährungsfaktoren bei der Entstehung Magenkrebs eine ganz wesentliche Rolle. Der Helicobacter pylori, ein vor wenigen Jahren wiederentdeckter Keim, besiedelt die Schleimhaut des Magens und kann zu Entzündungen (Gastritis) und Geschwüren führen. Etwa 50 % der Magen- und 80 % der Zwölffingerdarmgeschwüre, sind durch eine Infektion mit Helicobacter pylori bedingt. Man kann diesen Keim durch eine Antibioitika-Therapie eliminieren und damit Geschwüre zur Abheilung bringen. Ein Rückfall wird sehr selten beobachtet, sofern keine Reinfektion stattfindet. Eine Mitbeteiligung der Helicobacter pylori Infektion an der Entstehung von Magenkrebs ist derzeit gesichert. Patienten mit spezifischen Gastritisformen tragen dabei ein besonders erhöhtes Risiko an Magenkrebs zu erkranken. Der individuelle Krankheitsverlauf einer H.P-Infektion ist durch komplexe Wechselwirkung von genetischen Faktoren, Umwelteinflüssen, Ernährung und auch lokalen immunologischen Abwehrreaktionen geprägt. Eine vorbeugende Beseitigung einer H.P-Infektion zur Vermeidung von Magenkrebs, ist derzeit noch nicht wissenschaftlich belegt. Es muss auch hier erwähnt werden, dass nur wenige Personen mit einer H.P-Infektion Magenkrebs entwickeln. Es ist nun ebenfalls gesichert, dass die HP-Infektionen als Ursache für die Entstehung von Magenlymphom (MALT-Lymphome) verantwortlich ist und dass durch entsprechende Keimeliminierung, Tumormanifestationen in hohen Prozentsätzen zur Rückbildung gebracht werden. Lifestyle und Ernährungsgewohnheiten sind bei der Entstehung von Magenkrebs von besonderer Bedeutung. Der Nitratgehalt in geräuchertem oder gepöckeltem Fleisch (Umwandlung von Nitrat in Nitrit und in Verbindung mit Eiweiß zu den krebserregenden Nitrosaminen), stark Gegrilltes, verdorbene Nahrung (besonders verschimmeltes Brot), Alkohol sowie Nikotin tragen wesentlich zur Krebsentstehung bei. Chronische Gastritis, chronisches Magengeschwür, Polypen im Magen, Vitamin B12-Mangel, länger als 10 bis 15 Jahre zurückliegende Magenoperationen und Fälle von Magenkrebserkrankungen in der Familie, werden ebenfalls als weitere Risikofaktoren eingestuft. Während Japaner, die in ihrem Vaterland leben, sehr häufig an Magenkrebs erkranken, ist dies bei in die USA ausgewanderten Japanern selten. Dass bedeutet, das Ernährungsfaktoren und nicht Vererbung das Risiko sind.

Symptome:
Warnsignale für ein „Früh“-Karzinom gibt es nicht. Ein „empfindlicher Magen“, Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Abneigung gegen Fleisch- und Wurstwaren, neu aufgetretene Unverträglichkeit von Kaffee, Alkohol und Obst, Völlegefühl nach wenigen Bissen, Blutige oder "teerschwarze" Stühle, Blutarmut (Anaemie), längerdauernde Beschwerden, die nach Wochen nicht abklingen, sollten unbedingt untersucht werden.

Diagnose:
Erhebung der Krankengeschichte Anamnese und klinische Untersuchungen dienen zur ersten Orientierung für weitere diagnostische Maßnahmen: Die Röntgendarstellung des Magens in Doppelkontrasttechnik, Magenspiegelung (Untersuchung mit biegsamer Sonde von Speiseröhre und Magen=Ösophago-Gastroskopie) mit Entnahme (Biopsie) von verdächtigem Gewebe sind zielführende Untersuchungstechniken für die Diagnose von Magenkrebs. Die mikroskopische Untersuchung des entnommenen Gewebes ermöglicht die Unterscheidung zwischen gutartig und bösartig. Ultraschall und Computertomographie sind weitere Untersuchungen, welche die Ausdehnung und Absiedelungen erkennen lassen.

Therapie:
Die Therapie richtet sich nach der lokalen Ausbreitung, dem Stadium und histologischen Typ der Erkrankung. Immer wird die kurative operative Therapie angestrebt. Strahlentherapie kann während oder nach der Operation, oder auch bei inoperablen Patienten angewandt werden. Für eine Anwendung der Chemotherapie gibt es bestimmte Vorraussetzungen, wobei anzumerken ist, dass in den letzten Jahren Medikamente entwickelt wurden, die gerade beim Magenkrebs auch im fortgeschrittenen Stadium gute Wirksamkeit haben. Die Heilungschancen sind ausgezeichnet, wenn die Erkrankung in einem frühen Stadium erfasst werden kann. Für spätere Stadien ist die Prognose wesentlich ungünstiger. Besondere Bedeutung kommt daher der Beachtung von Frühsymptomen und den Vorsorgeuntersuchungen bei Risikogruppen zu!

Vorsorge:
Wissenschafter haben festgestellt, dass mehr als ein Drittel aller Krebserkrankungen durch entsprechenden Lebensstil vermieden und ein weiterer hoher Prozentsatz durch Früherkennungsmaßnahmen geheilt werden können. Gesunde Ernährung und Lebensweise senken die Gefahr der Erkrankung. Aber eine Garantie durch vorbeugende Maßnahmen allein gibt es nicht. Außerdem wird die Aufbewahrung der Nahrungsmittel im Kühlschrank bei 4 Grad Celsius (Temperaturkontrolle!), sowie das Wegwerfen von verschimmelten Lebensmitteln (Brot, Marmelade) empfohlen, auch wenn nur ein kleiner Teil betroffen ist. Risikopatienten sollten einmal im Jahr ihren Arzt aufsuchen, um über Vorsorgeuntersuchungen zu entscheiden. Nur die frühesten Erkrankungsstadien sind heilbar!

 

 
 
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