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  Nierenkrebs  
     
 

Allgemeines:
Die Nieren sind zwei bohnenförmige paarig angelegte Organe, die sich beiderseits der Wirbelsäule in Höhe der unteren Rippen befinden. Das Nierengewebe besteht aus einer Außenschicht, der Nierenrinde und einer Innenschicht, dem Nierenmark. Die Niere hat als Ausscheidungsorgan die Aufgabe den Salz und Wasserhaushalt zu kontrollieren und die Endprodukte des Stoffwechsels zu eliminieren. In der Nierenrinde befinden sich die Nierenkörperchen (Glomeruli) die für die Filtrierung der Stoffwechselabbauprodukte aus dem Blut und damit für Bildung des Harnes verantwortlich sind. Nierenkrebs (Niernzellkarzinom) geht von den Zellen der Rindenzone der Niere aus und wird auch als Hypernephrom bezeichnet. Auf Grund des Aussehens - des feingeweblichen Aufbaues (Histologie) – wird das Nierenzellkarzinom auch als hell-, klarzelliges Karzinom klassifiziert; dieses wird bei >80% der Patienten diagnostiziert.

Entstehung und Risiko:
Der Nierenkrebs gehört zu den seltenen Krebserkrankungen denn sie machen nur 1-2 % der bösartigen Neubildungen aus (16,4 Männer und 12,8 Frauen pro 100.000) Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, entwickelt sich jedoch zumeist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. In Österreich wurde 1999 bei 545 Frauen und bei 698 Männern die Diagnose Nierenkrebs gestellt. Entstehungsursachen sind unbekannt; Zigarettenrauchen, langdauernder Schmerzmittelmissbrauch, häufiger Kontakt mit Petroleumprodukten, fettreiche Ernährung und Übergewicht (Fettleibigkeit). Sowie langjährige Dialyse und Zystenbildung, werden als Risikofaktoren angesehen. Ein genetischer Defekt (Verlust eines spezifischen Tumor- Suppressorgenes) führt zu einem ungebremsten Wachstum und einer weiterführenden Entartung der Nierenzellen. Eine familiäre Belastung wird beim sogenannten von-Hippel-Landau-Syndrom beschrieben (Auftreten vor 40. Lebensjahr).

Symptome:
Frühzeichen der Erkrankung – Warnsignale des Organismus – sind sehr selten. Unklare Oberbauchbeschwerden können zu einer Ultraschalluntersuchung führen. Hohe Blutsenkung, Hämaturie ohne Schmerzen (Nachweis von Blut im Harn mittels Teststreifen/Mikroskop), Schmerzen in der Flanke im Rücken, unklare Fieberschübe, BlutarmutMüdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, tastbare Masse im Bauchraum sind eher als Spätsymptome aufzufassen.

Diagnose:
Klinische Untersuchung, Tastbefund, Harnbefund (Blut), Laborbefunde (Blutbild). Die schmerzlose und ungefährliche Ultraschalluntersuchung ermöglicht bei 95% der Fälle die Diagnosefeststellung. Sie ist damit auch die wichtigste Untersuchung zur Frühdiagnose.
Computertomographie und Magnetresonanztomographie werden zur Differentialdiagnose von Zysten oder Steinen etc. herangezogen und dienen, ebenso wie das Thorax/Lungenröntgen und die Knochenszintigraphie, dem Auffinden von Absiedelungen. Bei mehr als 40% der Patienten wird die Diagnose im fortgeschrittenen Stadium gestellt.

Therapie:
Die Behandlung besteht in der Regel in der operativen Entfernung der betroffenen Niere (Nephrektomie). In besonderen Fällen wird die Niere jedoch belassen und nur der Tumor entfernt. Gegebenenfalls wird eine medikamentöse Behandlung als Immuntherapie (Interferon, oder Interleukin-2 ) an die Operation angeschlossen, bzw als alleinige palliative Therapie durchgeführt. Chemotherapie und Hormontherapie werden eher selten verabreicht, da sie bei Nierenkrebs nicht sehr wirksam sind.
Solange der Tumor keine Absiedelungen gesetzt hat, sind mit der Operation hohe Heilungschancen gegeben. Der Behandlungserfolg steht daher in engem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Entdeckung. Strahlentherapie wird bei Nierenkrebs ausschließlich für die Bekämpfung von einzelnen Knochenmetastasen eingesetzt.

Vorsorge:
Hier gelten die allgemeinen Richtlinien.

 

 
 
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