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Allgemeines:
Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt am Ausgang
der Blase und umgibt den ersten Teil der Harnröhre. Die Prostata
produziert eine Flüssigkeit, die beim Samenerguss den, im
Hoden gebildeten Samenzellen beigemengt wird. Die Prostata hat
zwar keinen Einfluss auf die sexuelle Potenz, aber die Flüssigkeit
ist ein Aktivierungs- und Transportmittel für die Samenfäden.
Das Wachstum des Prostatagewebes steht unter dem Einfluss des
männlichen Sexualhormones Testosteron, das im Hoden produziert
wird.
Bei nahezu jedem zweiten Mann über 50 entstehen Gewebsveränderungen
in der Prostata, welche man als gutartige Prostatavergrößerung
bezeichnet. Dies ist jedoch noch keine Krankheit und keine Vorstufe
des Prostatakrebses. Durch die Größenzunahme kann es
zu einer Einengung der Harnröhre kommen. Der Harnstrahl wird
schwächer, der Harndrang häufiger, es entstehen Beschwerden
beim Harnlassen. Diese Beschwerden können behandelt werden.
Gleichzeitig kann völlig unabhängig davon eine bösartige
Geschwulst in der Vorsteherdrüse dh. Prostatakrebs entstehen.
Prostatakrebserkrankungen verlaufen im Frühstadium generell
ohne Beschwerden. Daher ist die regelmäßige, einmal
jährliche Vorsorgeuntersuchung wichtig. Je früher Erkrankungen
entdeckt werden, desto größer sind die Heilungschancen.
Entstehung und Risiko:
Prostatakrebs nimmt seinen Ausgang von den Drüsenzellen der
Vorsteherdrüse und kann entsprechend dem Aufbau dieses Organs
in allen 4 Lappen entstehen. Äußere (periphere) Zonen
sind mit über 65 % von Krebs betroffen und daher dem tastenden
Finger des Arztes bei der Früherkennungsuntersuchung zugängig.
In Österreich ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung
des Mannes, 1999 wurde bei 3892 Männern diese Diagnose gestellt
und 1184 sind an den Erkrankungsfolgen verstorben.
Risikofaktoren:
Lebensalter:
Ab dem 50.Lebensjahr dh. mit zunehmendem Alter besteht ein erhöhtes
Risiko an Prostatakrebs zu erkranken
Ernährung:
Neuere Studien bestätigen, dass ein hoher Konsum an tierischen
Fetten und damit auch Fettleibigkeit das Auftreten von Prostatakrebs
fördert.
Familiäre Häufung:
Männer, bei denen Großvater, Vater, Onkel oder Bruder
an Prostatakrebs erkrankt sind, weisen ein erhöhtes Risiko
auf. Ebenso sollen Männer, in deren Familien verwandte Frauen
an Brustkrebs erkrankt sind, ein Risiko haben.
Symptome/Warnsignale:
Häufig sind die ersten Warnsignale bei gut- und bösartigen
Veränderungen der Prostata gleich. Häufiger Harndrang,
auch nachts bzw. Harnträufeln, Schmerzen beim Harnlassen
bzw. Blut im Harn. Der Harnfluss wird geringer, der Strahl schwach,
die Blase wird nicht völlig entleert - es bleibt Restharn
zurück. Kreuzschmerzen.
Konsultieren Sie bitte sofort ihren Arzt, wenn Sie derartige
Beschwerden wahrnehmen.
Diagnose:
Tastuntersuchung über den After durch den Urologen (Rektal-digitale
Untersuchung). Bestimmung des Prostata spezifischen Antigens im
Blut (PSA Test) Es handelt sich beim PSA um einen Eiweißstoff,
der von den Zellen der Prostata in den Samen, aber in geringen
Mengen auch ins Blut abgegeben wird. Bei gutartigen und bösartigen
Veränderungen der Prostata ist der PSA-Spiegel im Blut erhöht.
Ein hoher PSA-Spiegel ist ein Hinweis auf das Vorhandenseins eines
Prostatakarzinoms und Anlass für weitere Untersuchung zur
Diagnosesicherung (siehe auch PSA Test).
Transrektale Ultraschalluntersuchung (lokale Ausbreitung)
Ultraschallkontrollierte Gewebeentnahme (Biopsie)
Feinnadelbiopsie /Stanzbiopsie
Computertomographie (Ausbreitung)
Knochenszintigraphie (Ausbreitung im Knochen)
Endgültige Diagnose durch mikroskopische Untersuchung der
Gewebeprobe (Histologie)
entscheidet über weiteres Vorgehen
Therapie:
Jede Krebstherapie wird individuell auf den Patienten und das
Stadium der Erkrankung ausgerichtet. Grundsätzlich kann eine
chirurgische Behandlung, eine Strahlen-, Hormon-, oder chemotherapeutische
(bzw. kombinierte) Therapie erfolgen. Frühzeitig entdeckt,
kann man bei der Diagnose Prostatakrebs mit hohen Heilungschancen
rechnen. In der betroffenen Altersgruppe der 50-75jährigen
liegen sie bei 80%!
Operation:
Beschränkt sich der Tumor auf das Organ, ist eine radikale
Entfernung der Prostata (Prostatektomie) möglich. Dies geschieht
nur dann, wenn der Tumor ausschließlich in der Prostata
sitzt und noch nicht im Organismus gestreut hat, dh. keine Metastasenbildung
vorliegt.
Strahlentherapie:
Bei der Strahlentherapie verwendet man energiereiche Röntgenstrahlen
oder andere energiereiche Strahlen, um Krebszellen abzutöten
und Tumoren zu verkleinern. Die Bestrahlung kann mittels eines
Geräts von außen erfolgen (externe Strahlentherapie)
oder es kann strahlendes Material über dünne Plastikschläuche
in den Tumor eingebracht werden (interne Strahlentherapie). Bei
einigen Patienten wird die Strahlentherapie als zusätzliche
Maßnahme nach einer Operation durchgeführt, um das
Risiko einer Wiedererkrankung (Rezidiv) zu vermindern.
Hormontherapie:
Hat das Prostatakarzinom zum Diagnosezeitpunkt bereits Lymphknoten-
oder Knochenmetastasen gesetzt, ist eine lokale Behandlung durch
Operation und/oder Strahlentherapie nicht ausreichend. In diesem
Fall wird lindernd (palliativ) eine Hormontherapie eingesetzt,
um die Bildung bzw. Wirkung des männlichen Geschlechtshormons
Testosteron zu hemmen, da dieses das Wachstum von Prostatakrebs
fördert.
Chemotherapie:
Bei der Behandlung von Prostatakrebs spielt die Chemotherapie
nur eine untergeordnete Rolle. Zytostatika werden angewandt, wenn
der Tumor trotz Hormon- und/oder Strahlentherapie nicht unter
Kontrolle zu bringen ist.
Vorsorge:
Das Praktizieren eines gesunden Lebensstils, z.B. Einhaltung einer
gesunden Ernährung, Vermeidung von Schadstoffen (Tabakrauch,
Alkohol, etc.), sowie von häufiger und starker Sonnenbestrahlung
kann wesentlich zur persönlichen und individuellen Krebsverhütung
beitragen.
Krebsfrüherkennungsuntersuchungen (Vorsorgeuntersuchungen)
haben das Ziel, eine Krebsgeschwulst in einem Vor- bzw. Frühstadium
zu entdecken, in dem durch eine therapeutische Maßnahme
eine Heilung erzielt werden kann.
Im Rahmen dieser Prostata-Vorsorgeuntersuchung (ab 45. Lebensjahr
1-mal jährlich) kann der Arzt bereits durch einen kurzen
Tastbefund beurteilen, ob eine Erkrankung der Prostata vorliegt.
Der Arzt führt hierzu seinen Finger rektal ein und tastet
die Prostata ab. Was vielleicht unangenehm ist, dauert nicht einmal
fünf Minuten. Diese Maßnahme kann für Sie lebensrettend
sein. Zusätzlich wird ein Harnbefund sowie eine Blutabnahme
durchgeführt, um den speziellen Tumormarker für Prostata
(Prostata spezifisches Antigen PSA) zu bestimmen mit Hilfe dessen
die Treffsicherheit der Krebsvorsorgemaßnahmen noch erhöht
wird. Gleichzeitig kann auch mittels Ultraschall das Ausmaß
der Harnblasenentleerung festgestellt werden.
Sprechen Sie offen mit dem Arzt Ihres Vertrauens über Möglichkeiten
der Prostata-krebs-Früherkennung. Die genaue Beschreibung
ihrer Symptome, falls vorhanden, ist ein ganz wesentlicher Teil
der Prostata-Diagnostik..
Die Bedeutung von PSA für die
Früherkennung von Prostatakrebs
Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, welches
fast ausschließlich von Prostatazellen gebildet wird. Krebszellen
sind imstande, etwa die 10-fache Menge an PSA zu produzieren im
Vergleich zu normalen Prostatazellen. Diese Erkenntnis macht man
sich für die Früherkennung des Prostatakrebses zu Nutze.
Alterskorrigierter PSA-Wert
Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Prostata an Volumen zu,
daher steigt auch der PSA-Wert langsam an (= s.g. alterskorrigierter
PSA-Wert). Nicht jeder erhöhte PSA-Wert ist somit gleichzusetzen
mit der Diagnose Prostatakrebs, die Konsequenz ist vielmehr die
Untersuchung beim Facharzt für Urologie. Nur dieser kann
die Bedeutung des Befundes klären und die Patienten über
die weiteren ev. erforderlichen Maßnahmen informieren. Bei
einem PSA-Wert zwischen 4-10 ng/ml liegt die Wahrscheinlichkeit
für das Vorliegen eines Prostatakrebses bei 20 bis 35%, bei
einem PSA-Wert über 10ng/ml bereits über 50%.
Bestimmung des freien PSA
Um die Indikation zur Entnahme von Gewebeprobe (Biopsie) zu verbessern,
wird heute auch noch das freie PSA bestimmt. Die Verhältniszahl
zwischen freiem und gesamtem PSA reduziert die Notwendigkeit einer
Biopsie um ca. 20%. Bei grenzwertigen oder schwer interpretierbaren
PSA-Werten ist der entscheidende Faktor das Verhalten des PSA
über einen bestimmten Zeitraum, üblicherweise ein Jahr.
Aus dem Ausmaß des Anstieges lässt sich dann meist
eine genauere Konsequenz hinsichtlich der Notwendigkeit einer
Biopsie ziehen.
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