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Allgemeines
Unter Krebsvorsorge versteht man einerseits Verhütung der
Krebsentstehung (primäre Prävention
= Krebsvorbeugung), andererseits Erkennung einer Krebserkrankung
in einem frühen heilbaren Stadium. Das Praktizieren eines
gesunden Lebensstils, z.B. Einhaltung einer gesunden Ernährung,
Vermeidung von Schadstoffen (Tabakrauch, Alkohol, etc.), sowie
von häufiger und starker Sonnenbestrahlung kann wesentlich
zur persönlichen und individuellen Krebsverhütung beitragen.
Krebsfrüherkennungsuntersuchungen
(sekundäre Prävention) haben das Ziel, eine Krebsgeschwulst
in einem Vor- bzw. Frühstadium zu entdecken, in dem durch
eine therapeutische Maßnahme eine Heilung erzielt werden
kann.
Europäischer Kodex zur Krebsprävention
IV. Ausgabe/Mai 2003
www.cancercode.org
Die beiden Botschaften, die ein von der EU aufgelegter Europäischer
Kodex zur Krebsbekämpfung enthält, lauten:
Bestimmte Krebskrankheiten können vermieden
werden, und der allgemeine Gesundheitszustand lässt sich
verbessern, wenn die Menschen gesundheitsbewusster leben.
Krebs ist heilbar, und die Heilungschancen
sind heute um so größer, wenn die Erkrankungen frühzeitig
erkannt werden.
Dieser Kodex, von hochrangigen Krebssachverständigen
1987 aufgestellt und jetzt novelliert, trägt den Ergebnissen
einer europaweit durchgeführten Konsultation Rechnung, in
die Experten des Gesundheitswesens und Krebsspezialisten wie auch
Vertreter der Krebsgesellschaften und Gesundheitsministerien Beiträge
eingebracht haben.
Die elf Empfehlungen in der nunmehr überarbeiteten
Fassung des Kodex dürften, wenn sie befolgt werden, auch
dazu führen, dass sich andere Gesundheitsaspekte verbessern.
Der neue, überarbeitete Europäische
Kodex zur Krebsbekämpfung legt einen Schwerpunkt auf das
Tabakrauchen. Außerdem enthält er jetzt drei neue Empfehlungen
über Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Brust-,
Zervikal- und Kolonrektalkrebs. Wenn die entsprechenden Programme
EU-weit durchgeführt würden, könnte die Zahl der
Krebstoten in den kommenden Jahrzehnten drastisch reduziert werden.
So konnten allein im Jahr 2000 insgesamt 92 000 Todesfälle
durch Krebs vermieden werden."
Dieser Europäische Kodex enthält eine
Reihe leicht einprägsamer Empfehlungen, die Allgemein verständlich
formuliert sind und sich auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse
stützen:
- Rauchen Sie nicht! Wenn Sie rauchen, sollten Sie so schnell
wie möglich damit aufhören. Wenn Ihnen dies nicht
gelingt, rauchen Sie nicht in Anwesenheit von Nichtrauchern!
- Vermeiden Sie Übergewicht.
- Unternehmen Sie täglich irgendeine flotte körperliche
Betätigung.
- Erhöhen Sie Ihren täglichen Verzehr an abwechslungsreichem
Obst und Gemüse; nehmen Sie täglich mindestens fünf
Mahlzeiten zu sich. Begrenzen Sie die Aufnahme von Nahrungsmitteln,
die reich an Fetten tierischen Ursprungs sind.
- Wenn Sie Alkohol trinken ob Bier, Wein oder Spirituosen, beschränken
Sie Ihren Alkoholkonsum auf zwei Getränke pro Tag, wenn
Sie männlichen Geschlechts sind, bzw. auf ein Getränk
pro Tag, wenn Sie weiblichen Geschlechts sind.
- Vorsicht vor übermäßiger Sonnenbestrahlung!
Dies gilt insbesondere für Kinder und Heranwachsende. Wer
zu Sonnenbränden neigt, sollte sich ständig gezielt
schützen.
- Halten Sie genauestens Vorschriften ein, durch die Sie vor
einem Kontakt mit krebserregenden Stoffen geschützt werden
sollen. Befolgen Sie genau die Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften
über Substanzen, die Krebs verursachen können. Befolgen
Sie die Ratschläge der nationalen Strahlenschutzämter.
- Frauen ab 25 sollten an Früherkennungsuntersuchungen
auf Gebärmutterhalskrebs teilnehmen. Diese sollten im Rahmen
von Programmen mit Qualitätskontrollverfahren erfolgen,
die in Einklang mit den Europäischen Leitlinien zur Qualitätssicherung
bei Zervikal-Vorsorgeuntersuchungen stehen.
- Frauen über 50 sollten an Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen
teilnehmen. Diese sollten im Rahmen von Programmen mit Qualitätskontrollverfahren
erfolgen, die in Einklang mit den Europäischen Leitlinien
zur Qualitätssicherung bei Mammographie-Vorsorgeuntersuchungen
stehen.
- Männer wie Frauen ab 50 sollten an Kolorektal-Vorsorgeuntersuchungen
teilnehmen. Diese sollte im Rahmen von Programmen mit verfahrensinhärenten
Qualitätssicherungsmaßnahmen geschehen.
- Nehmen Sie an Programmen zur Impfung gegen Hepatitis B-Virusinfektionen
teil.
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