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  Infektionen, Entzündungen, chronische Reize  
     
 

Viren
Bakterien

Die WHO schätzt, dass etwa 18 % der Krebserkrankungen weltweit auf chronische (persistierende) Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten zurückzuführen sind. In westlichen europäischen Ländern liegt das Risiko bei < 5 %. Im Rahmen von chronischen entzündlichen Reaktionen kann sowohl durch direkten Einfluss auf die Zellen (im Sinne einer Entartung von Normalzellen) als auch durch Gewebeschädigung Krebs entstehen.

Chronische Entzündungen, wie zum Beispiel der Magenschleimhaut (Gastritis), bzw. Infektionen der Leber (Hepatitis) und chronische mechanische Reize (Steinbildungen, etc), können bei Zusammenwirken mit anderen Schäden (Noxen wie Alkohol und Zigarettenrauch etc) die Basis für die Entstehung einer Krebserkrankung bilden.

 
 
Es soll hier aber besonders angemerkt werden, dass die Krebserkrankung selbst nicht ansteckend ist, also keine Infektionserkrankung darstellt. Vielmehr sind viele andere Komponenten notwendig, damit aus einer Virusinfektion eine Krebserkrankung entsteht.
 

Viren

Ein enger Zusammenhang von Virus-Infektionen mit Hepatitis-Viren und Humanen Papillomviren (HPV) und daraus resultierenden Krebserkrankungen konnte in den letzten Jahren mehrfach nachgewiesen werden.

Humane Papillomviren

Humane Papillomviren (HPV) gelten als ein Hauptrisikofaktor für Gebärmutterhalskrebs und sind eine Gruppe von Viren, die beim Menschen Oberflächen-(Epithel) Zellen befallen und zur Bildung von Zellwucherungen wie Warzen (Papillome) führen. HPV können – durch Geschlechtsverkehr übertragen - auch in der Scheidenregion eine Infektion verursachen, die in den meisten Fällen symptomlos ist und spontan abheilt. Infektionen mit bestimmten sogenannten „high risk“- (hoch-Risiko) HPV-Typen können Zellveränderungen und später Entartungen an der Gebärmutter hervorrufen und sind dadurch maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom) beteiligt. Abnormale Zellen (Krebsvorstufen) und Krebszellen werden bei der Krebsabstrichuntersuchung entdeckt werden.

Impfung gegen HPV

Nach jahrelanger Forschung und Nachweis der Wirksamkeit in klinischen Studien sowie weltweiten Zulassungsverfahren steht seit Mitte Oktober 2006 der erste Impfstoff gegen die „high risk“ HPV-Typen auch in Österreich als HPV-Vierfachimpfstoff zur Verfügung.

Hepatitis Viren

Eine Hepatitis (Leberentzündung, Gelbsucht) kann einen chronischen Verlauf nehmen; dies führt zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Leberkrebs. Hepatitis Impfung bedeutet daher primäre Prophylaxe von Virusinfektion und damit auch von Leberkrebs.

Bakterien (Helicobacter pylori)

Eine Infektion mit den Helicobacter pylori Bakterien ist die Hauptursache für Gastritis und Magengeschwür. Es gibt Hinweise, dass dieser Erreger bei bis zu 50 % der Bevölkerung in der westlichen Welt den Magen besiedelt. Eine chronische Helicobacter-pylori-Infektion bedeutet ein bis zu 6-fach erhöhtes Risiko für Magenkrebs, wobei aber Ernährungsfaktoren (Salz, gepöckeltes Fleisch) eine wesentliche Rolle als Ko-Faktor spielen.

 
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