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  Immuntherapie  
     
  Grundlagen:
Ziel der Immuntherapie ist die Aktivierung und Mobilisierung körpereigener Abwehrkräfte gegen Krebs Diese Form der Krebsbehandlung ist nicht neu, denn erste Versuche zur Abwehrsteigerung gegen Krebs wurden bereits zu Beginn des 20zigsten Jahrhunderts meist auf empirischer Basis und leider nur mit geringem Erfolg durchgeführt

In den letzten vierzig Jahren wurde das Immunsystem des Organismus intensivst erforscht. Das immunologischen Abwehrsystem besteht aus einem Netzwerk von Organen (Milz, Lymphknoten, Knochenmark) , Zellen - wie den weißen Blutzellen (Leukozyten: Granulozyten, Lymphozyten, Monozyten) - und von löslichen Faktoren den Antikörpern und zellulären Botenstoffen (Zytokinen)

Das Immunsystem hat die Aufgabe den Organismus gegen eindringende Keime Fremdkörper und entartete Zellen (Krebszellen) und damit vor Krankheit zu schützen Dieses System vermittelt Schutz und Ordnung und wird daher auch als „ Polizei „ des Körpers bezeichnet Diese Abwehrreaktionen sind durch eine Phase der Erkennung und eine der Eliminierung des Eindringlings bzw der Krebszelle gekennzeichnet

Diese Immunreaktionen gegen Krebszellen sind abhängig vom Vorhandensein und der Präsentation von spezifischen Erkennungsmerkmalen (Strukturen=Antigenen) an der Oberfläche von Krebszellen. Wenn das Immunsystem Krebszellen über diese Oberflächenantigene als fremd erkannt hat, werden Killerzellen aktiviert um diese Krebszellen zu zerstören.
Abwehrzellen bilden auch spezifische Eiweißstoffe (Antikörper), die sich mit den Antigenen auf Krebszellen verbinden und damit dem Immunsystem helfen, die so markierten Zellen zu zerstören.

Es gibt Situationen in denen dieses Immunologische Überwachungssystem nicht funktioniert sei es dass eine Abwehrschwäche (Immundefizienz) vorliegt - aus welchen Gründen auch immer – oder dass die Erkennungsmerkmale für Abwehrzellen an Krebszellen fehlen. Beides kann zur Entwicklung und auch Fortschreiten der Krebserkrankung beitragen.
Heute wird Immuntherapie auch als biologische Krebsherapie, (Englisch :Biotherapy oder Biologic Response Modifier Therapy) bezeichnet
Generell hat Immuntherapie das Ziel eine Abwehr-(Immun)schwäche zu beheben bzw. eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen Krebszellen zu induzieren und zu erreichen. Bei dieser Therapie geht es besonders auch darum diesem „Verteidigungssystem“ zu vermitteln, dass Krebszellen als "fremd" erkannt und durch Immunzellen/Reaktionen attackiert ,abgetötet und somit aus dem Organismus eliminiert werden
Zur Immuntherapie wurden in den letzten Jahren häufig körpereigene Wirkstoffe zB Zytokine (siehe später) eingesetzt, die auch als " Modulatoren der biologischen Reaktion“ (Biologic Response Modifier= BRMs) bezeichnet werden. BRMs spielen unterschiedliche Rollen im Kämpf gegen den Krebs.
Diese Stoffe aktivieren die Immunantwort des Patienten gegen Krebszellen bzw. bewirken eine Veränderung/Modulation der Oberflächenstrukturen von Krebszellen wodurch diese besser erkennbar und auch verletzbarer für eine immunologische Attacke werden Weiter können.. BRMs können selbst auch eine Verlangsamung bzw einen Stillstand des Krebszellwachstums bewirken . .
Die ursprüngliche Quelle von Zytokinen war der Organismus selbst, dh es wurden diese körpereigenen Wirkstoffe aus Geweben oder Blutzellen isoliert, angereichert, und zur Abwehrsteigerung eingesetzt.. Wissenschaftler haben nun gentechnologischen Methoden entwickelt die es ermöglichen diese Wirkstoffe großen Mengen und in hochgereinigter Form industriell zu erzeugen.

Aktuelle Methoden Immuntherapien in klinischer Anwendung:

  1. Zytokine, Botenstoffe (BRM`s), wie Interferon (alpha – beta und gamma) Interleukin-2 und Wachstumsfaktoren für Blutzellen (hämatopoetische Wachstumsfaktoren) stehen als heute Arzneimittel . Diese Stoffe sind befähigt spezifische Zellen des Abwehrsystems zu aktivieren, bzw. zu vermehren (expandieren). Für die Anwendung der Zytokine gibt es genau ausgearbeitete Richtlinien für spezielle (Blut-)Krebserkrankungen. Der Einsatzbereich dieser Injektionstherapien ist derzeit auf bestimmte Krebsarten und Indikationen, wie von der Arzneimittelzulassungsstelle vorgeschrieben ,beschränkt.
  2. Monoklonale Antikörper
    Monoklonalen Antikörpern sind lösliche Abwehrstoffe, die speziell gegen (Oberflächen-)Strukturen (Antigene) von Krebszellen im Labor erzeugt wurden. „High tech“ –Produktionsmethoden machen es möglich dass diese Abwehrstoffe, nun als Medikamente für die Krebstherapie zur Verfügung stehen.. Diese Antikörper reagieren mit spezifischen Strukturen (Antigenen) an Krebszellen und wirken auf diese schädigend (zytotoxisch) bzw. durch Bindung an Rezeptoren werden die Andockstellen für Wachstumssignale blockiert. Antikörper ermöglichen bzw. erleichtern den Abwehrzellen (Lymphozyten) eine Erkennungsreaktion mit Krebszellen, wodurch eine Zerstörung dieser (Tumorzellyse) eingeleitet wird. Antikörper-Präparate werden derzeit in bestimmten klinischen Situationen zur Therapie von Brustkrebs und von besonderen Formen des Lymphdrüsenkrebses sehr erfolgreich eingesetzt. Viele weitere Produkte sind derzeit in klinische Prüfung..
  3. Vakzine („Krebsimpfung“)
    Hoffnungen und auch Bemühungen eine Impfung gegen Krebs zu entwickeln bestehen schon sehr lange. Ernstzunehmende Versuche wurden bereits vor mehr als 25 Jahren unternommen .Diese Impfungen wurden mit abgetöteten Krebszellen und/oder Membranpräparationen daraus - leider ohne großen Erfolg - durchgeführt
    Die neuesten Errungenschaften der Eiweißchemie und Molekularbiologie haben es ermöglicht dass Antigene an Tumorzellen (tumorspezifische Ausprägungen =Tumor assoziierte Antigene) besser charakterisierbar sind und nun durch Synthese im Labor in großer Reinheit produziert werden können .Diese Eiweißstoffe (Antigene) dienen als „Krebsimpfstoff“. mit dem Ziel im Organismus eine gegen den Krebs gerichtete Immunreaktion zu induzieren. Erste Ergebnisse von klinischen Untersuchungen lassen hoffen dass mit dieser Vakzine-Therapie in naher Zukunft ein wirksamer Schutz gegen ein Wiederauftreten der Krebserkrankung nach der Operation zur Verfügung stehen wird Derzeit ist man der Meinung dass diese Therapieform noch eingehendst auf Wirksamkeit untersucht werden muss , bevor eine breite Anwendung möglich ist.

Ausblick auf weitere Entwicklungen:
Eine generelle Schutzimpfung gegen die alle Krebserkrankungen bleibt derzeit noch ein Traum und ist auf Grund der Erkenntnisse der Tumorbiologie als ein eher unrealistisches Wunschdenken einzustufen.
Eine der neuesten Entwicklung in der Vaccine-Therapie ist der Einsatz von sogenannten „Dentrischen Zellen“ Diese Zellen vermitteln die Antigenpräsentation und damit die Antigenerkennung an (Krebs)-zellen durch Abwehrzellen Eine Therapie (Transfusion ) mit diesen in vitro-ausgebildeten kann im Organismus zu einer Immunreaktion gegen Krebszellen führen
Weltweit wird in Forschungsinstituten an neuen Möglichkeiten und Methoden zur Immuntherapie gearbeitet Daher stellt sich die Immuntherapie derzeit als ein rasch und dynamisch entwickelnder Bereich der Krebstherapie dar. liegt große Hoffnung für Besonders große Hoffnung liegt in der Therapie mit spezifischen Antikörpern und Vakzine.

 
     
 
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