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  Eierstockkrebs  
     
 

In Österreich erkranken etwa 1 000 Frauen jährlich an Eierstockkrebs. Etwa jede 70. Frau ist in ihrem Leben davon betroffen. Diese Krebsart tritt am häufigsten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf, etwa 15 % aller Erkrankungen kommen jedoch auch in jüngeren Jahren vor. Der Eierstockkrebs wird meist zufällig entdeckt, da er keine frühen Symptome verursacht. Etwa zwei Drittel der Erkrankungen werden bereits im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Daher ist auch die Prognose dieser Krebserkrankung ungünstiger als bei den übrigen Krebserkrankungen der Frau. Dafür zeichnet sich der Eierstockkrebs durch eine relativ hohe Empfindlichkeit gegenüber zytostatischen Medikamenten aus.

 
     
  Risikofaktoren
Prävention
Früherkennungsmaßnahmen
Warnsignale
Diagnose
Behandlung
 
     

Risikofaktoren

Eindeutige Risikofaktoren für den Eierstockkrebs sind nicht bekannt. Etwas häufiger erkranken jedoch kinderlose Frauen. Auch bei Frauen, die eine Operation wegen Brustkrebs, Darmkrebs oder Gebärmutterkörperkrebs hinter sich haben, ist das Risiko für die Entstehung eines Eierstockkrebses etwas erhöht. In großen Statistiken wurde weiters ein gewisses, familiär gehäuftes Auftreten all dieser Krebsformen nachgewiesen. Bei Frauen mit genetischen Mutationen des BRCA 1 Gen (siehe oben) ist auch das Eierstockkrebs Erkrankungsrisiko mit 40 % wesentlich höher als in der durchschnittlichen Bevölkerung.

 

 

Prävention

Die Antibabypille stellt eine Form der Chemoprävention dar, da wir wissen, dass Frauen die die Pille länger als 6 Monate genommen haben, bereits für den Rest ihres Lebens ein signifikant geringeres Eierstock- Erkrankungsrisiko aufweisen als Frauen, die nie die Pille genommen haben. Je länger die Pille genommen wurde, desto größer ist die Risikoreduktion. Bei 5-jähriger Pilleneinnahme liegt sie bei etwa 50 % Risikoreduktion. Frauen, die Trägerinnen einer genetischen Mutation des BRCA 1 Gens sind, sollten auch über eine prophylaktische Entfernung der Eierstöcke um das 40. Lebensjahr oder nach Abschluss der Familienplanung beraten werden, da sie mit 40 % Erkrankungsrisiko ein doch sehr hohes Risiko tragen und es bis heute keine wirksame Früherkennungsmaßnahme für den Eierstockkrebs gibt.

 

 

Früherkennungsmaßnahmen

Bis heute gibt es keine wirksame Untersuchungsmethode, mit der eine echte Früherkennung des Eierstockkrebs betrieben werden kann. Die jährliche gynäkologisch fachärztliche Untersuchung kann Veränderungen am Eierstock feststellen, doch ist auch diese Maßnahme leider kein Garant dafür, dass ein Tumor frühzeitig festgestellt werden kann. Auch die Ultraschalluntersuchung ebenso wie die Tumormarkerbestimmung aus dem Blut haben bisher noch nicht den wissenschaftlichen Nachweis erbringen können, dass dadurch der Eierstockkrebs früh entdeckt werden kann und auch in weiterer Folge eher geheilt wird, als wenn man diese Untersuchungen nicht durchführen lässt. Es ist daher auch bis zum heutigen Tag keine wirksame Früherkennungsmaßnahme zu empfehlen.

 

 

Warnsignale

Eine Zunahme des Bauchumfanges, Verdauungsstörungen, ungewollte Gewichtsabnahme können Symptome für eine Eierstockkrebserkankung darstellen. Weiters kann es zu Blutungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, allgemeiner Schwäche und Atemnot kommen. Alle diese Symptome stellen jedoch meist keine Frühzeichen dar, sondern weisen bereits auf eine fortgeschrittenere Erkrankung hin.

 

 

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch die frauenärztliche Untersuchung, die aus Vorsorgezwecken zumindest einmal jährlich in Anspruch genommen werden sollte. Diese Untersuchung kann gegebenenfalls durch Ultraschalldiagnostik oder Blutabnahme (Tumormarker CA-125) ergänzt werden. Es ist wichtig zu wissen, dass auch zahlreiche gutartige Erkrankungen sowohl im Ultraschall als auch bei der Tumormarkerbestimmung einen bösartigen Tumor vortäuschen können. Die endgültige Diagnose kann daher nur der histologische Befund ergeben.

 

 

Behandlung

Operation
Im Mittelpunkt der Behandlung steht die möglichst vollständige Entfernung des bösartigen Tumorgewebes. Dazu werden meist beide Eierstöcke, die Gebärmutter, das Bauchnetz und die Lymphknoten entfernt. Mitunter ist es auch notwendig, Teile des Darmes oder der Blase zu entfernen. Trotz ausgedehnter Operationen gelingt es bei etwa einem Drittel aller Patientinnen nicht, den Tumor vollständig zu entfernen. In diesen Fällen wird nach einer zytostatischen Behandlung durch 3 Zyklen eine weitere Operation durchgeführt, bei der dann die noch verbliebenen Tumorreste endgültig entfernt werden sollen. In seltenen ausgewählten Fällen, vor allem bei jungen Frauen mit Kinderwunsch, kann auch eine weniger radikale Operation ausreichend sein. Doch die Sicherheit für die betroffene Frau steht immer im Vordergrund der Operationsplanung.

Medikamentöse Therapie
Bis auf wenige Ausnahmen werden heute alle Stadien der Eierstockkrebserkrankung mit einer zytostatischen Therapie nachbehandelt. Durch Infusionstherapien in 3-wöchentlichen Abständen gelingt es oft, noch verbliebene Tumorreste wegzubehandeln. Die Chemotherapie wird meist für 6 Zyklen durchgeführt. Es stehen mehrere moderne Substanzen mit hoher Wirksamkeit zur Verfügung. Die Hormontherapie spielt beim Eierstockkrebs nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird heute beim Eierstockkrebs nur in wenigen Situationen eingesetzt. Vor allem zur lokalen Bestrahlung von Rezidiven und zur Vermeidung von Blutungen kommt die Strahlentherapie zum Einsatz.

 

 
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