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  Gebärmutterhalskrebs  
     
 

Der Gebärmutterhalskrebs ist zwar mit etwa 550 Ersterkrankungen pro Jahr nach dem Brustkrebs die 2. häufigste Krebserkrankung der Frau, doch durch konsequente Früherkennung ist bei dieser Krebserkrankung der Anteil an Krebsvorstufen mit über 60 % erfreulich hoch. Dadurch ist auch die Rate an Todesfällen innerhalb der vergangenen 10 Jahre um mehr als 50 % zurückgegangen. Der Gebärmutterhalskrebs und vor allem die Vorstufen treten bereits ab dem 20. Lebensjahr auf und haben den Häufigkeitsgipfel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Es ist somit eine Krebserkrankung, die eher jüngere Frauen betrifft.

 
     
  Risikofaktoren
Prävention
Früherkennungsmaßnahmen
Warnsignale
Diagnose
Behandlung
 
     

Risikofaktoren

Die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses ist eng verbunden mit der Infektion der Scheide durch Humane Papillomaviren (HPV). Diese Infektion verursacht oft keine klinischen Symptome und kann nur mittels Abstrich diagnostiziert werden. Etwa 25 % der jungen Frauen sind Trägerinnen der HPV Viren. In den meisten Fällen kommt es zu einer spontanen Abheilung dieser Infektion, Manchmal jedoch kann die chronische Besiedelung der Scheide vor allem mit HPV Viren der high risk Gruppe (6, 11, 16 und 18) zu Zellveränderungen führen, die als Krebsvorstufen im Krebsabstrich auch entdeckt werden. Die HPV Viren Besiedelung ist eng verbunden mit der sexuellen Aktivität. So ist bereits seit langer Zeit bekannt, dass häufig wechselnde Partner einen Risikofaktor für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses darstellt. Eine Störung der Körperabwehr, wie bei HIV Patientinnen im besonderen Maße gegeben, führt ebenfalls zu einem erhöhten Risiko für die Entstehung eines Gebärmutterkörperkrebses.

 

 

Prävention

Nach jahrelanger Forschung und Nachweis der Wirksamkeit in klinischen Studien sowie weltweiten Zulassungsverfahren steht seit Mitte Oktober 2006 der erste Impfstoff gegen die vier genannten HPV-Typen (6, 11, 16, 18) auch in Österreich als HPV-Vierfachimpfstoff zur Verfügung. Der Impfstoff besteht aus leeren Virushüllen (VLP = Virus-Like-Particles) d.h. ohne virales genetisches Material 1 der HPVTypen 6,11,16 und 18 und ist somit nicht infektiös.

Der Impfstoff ist derzeit zugelassen für Kinder und Jugendliche von 9 bis 15 Jahren und erwachsene Frauen von 16 bis 26 Jahren. Idealerweise sollte die HPV-Impfung VOR BEGINN DER SEXUELLEN AKTIVITÄT erfolgen, da einerseits die Wirksamkeit der Impfung bei jungen Menschen am höchsten ist, andererseits auch eine bereits stattgefundene HPV-Infektion seltener vorliegt.

Für die oben genannte Gruppe bietet die Impfung einen maximalen Schutz gegen die 4 wichtigsten HPV-Typen (6, 11,16 und 18) und reduziert somit das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken um ca. 70 % und an Genitalwarzen zu erkranken um 90 %. Auch für bereits sexuell aktive Personen bietet die HPV-Impfung eine hohe Schutzwirkung.

Weitere Informationen zur HPV-Impfung

 

 

Früherkennungsmaßnahmen

Seit den 50iger Jahren ist die Krebsabstrichuntersuchung vom Gebärmutterhals und deren Färbung nach Papanicolau, deshalb auch oft als Pap Abstrich bezeichnet, fester Bestandteil einer wirksamen Früherkennungsmaßnahme. Diese Untersuchung ist vollkommen schmerzfrei und wird 1 mal jährlich ab dem 20. Lebensjahr empfohlen. In etwa 3 - 5 % aller Abstriche findet sich ein abklärungsbedürftiger Befund. Dies bedeutet noch lange nicht, dass tatsächlich eine Krebserkrankung vorliegt. Oft muß nur der Krebsabstrich nach einer Infektionsbehandlung wiederholt werden. In jüngster Zeit besteht auch die Möglichkeit, abklärungsbedürftige Krebsabstrichbefunde durch einen Infektionsnachweis von HPV Viren weiter abzuklären. Ziel dieser Maßnahme ist es, den Frauen möglicherweise operative Eingriffe zu ersparen. In Ergänzung zum Krebsabstrich kann die Kolposkopie (Untersuchung des Gebärmutterhalses mit der Vergrößerungslupe) durchgeführt werden, um so noch genauer Veränderungen feststellen zu können.

 

 

Warnsignale

Die mit der Krebsabstrichuntersuchung entdeckten Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses verursachen keinerlei Symptome und Beschwerden. Es ist daher besonders wichtig, dass die Frau auch ohne Beschwerden diese jährliche Untersuchung durchführen lässt. Erste Hinweiszeichen für Gebärmutterkrebs können abnorme Blutungen und fleischwasserfarbener Ausfluss der Scheide sein. Aber auch Kontaktblutungen können Warnsignale darstellen, obwohl zumeist harmlose Veränderungen die Ursache dafür sind. Dennoch sollten Sie bei solchen Symptomen die Frauenärztin oder den Frauenarzt ihres Vertrauens kontaktieren.

 

 

Diagnose

Die Diagnose der Vorstufen zum Gebärmutterhalskrebs kann nur durch die Krebsabstrichuntersuchung und die anschließende Histologie gestellt werden. Entweder durch eine kleine Gewebsentnahme (Biopsie) oder durch die Entfernung eines Gewebekegels (Konisation) aus dem Gebärmutterhals wird die histologische Diagnose der Vorstufen - sogenannte Cervikale Intraepitheliale Neoplasie CIN I - III - gestellt. Das klinisch sichtbare Gebärmutterhalskarzinom wird durch Biopsie histologisch diagnostiziert und gesichert.

 

 

Behandlung

Vorstufen (CIN I-III)
Die Vorstufen der Gebärmutterkrebserkrankung werden in aller Regel durch die Krebsabstrichuntersuchung entdeckt. Durch eine kleine Operation, bei der diese Vorstufenveränderungen operativ entfernt werden (Konisation oder LLETZ), können die Vorstufen einfach behandelt und auch in 100 % geheilt werden. Die Frau kann nach einer solchen Operation natürlich weiter Kinder bekommen. In aller Regel dauert es 2 - 10 Jahre, bis aus einer Vorstufenerkrankung eine richtige Gebärmutterhalskrebserkrankung entstehen konnte.

Operation
Vor allem das frühe Stadium der Gebärmutterhalskrebserkrankung wird durch eine Operation mit Entfernung der Gebärmutter und des angrenzenden Beckenbindegewebes sowie der Lymphknoten behandelt. Auch hier sind die Heilungsaussichten oft noch sehr gut, doch sind die Belastungen ungleich größer als bei den kleinen operativen Eingriffen zur Behandlung der Vorstufen.

Strahlentherapie
Der Gebärmutterhalskrebs kann auch durch die ausschließliche Bestrahlung geheilt werden. Insbesondere größere Tumore, auch wenn sie bereits auf angrenzendes Gewebe übergegriffen haben, können durch die Bestrahlung geheilt werden. In letzter Zeit kombiniert man häufig die Bestrahlung mit einer zytostatischen Behandlung, da man dadurch die Wirksamkeit der Strahlentherapie noch weiter verbessern konnte.

Medikamentöse Behandlung
Die alleinige medikamentöse Behandlung mit zytostatischen Medikamenten spielt nur eine untergeordnete Rolle in der Behandlung des Gebärmutterhalskrebses. In letzter Zeit wird jedoch die Chemotherapie mit der Bestrahlung zur sogenannten Chemo- Strahlentherapie erfolgreich kombiniert.

 

 
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