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  Impfung gegen HPV  
     
 

Nach jahrelanger Forschung und Nachweis der Wirksamkeit in klinischen Studien sowie weltweiten Zulassungsverfahren steht seit Mitte Oktober 2006 der erste Impfstoff gegen die vier genannten HPVTypen (6, 11, 16, 18) auch in Österreich als HPV-Vierfachimpfstoff zur Verfügung. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten zur HPV-Impfung:

Was versteht man unter HPV?
Symptome
HPV-Typen
„Krebserregende HPV-Typen“
„Nicht-Krebserregende HPV-Typen“
Für wen ist die Impfung?
Wann sollte geimpft werden?
Maximaler Schutz gegen HPV
Für wen ist die Impfung NICHT geeignet?
Wie komme ich zu einer Impfung?
Wie oft wird geimpft?
Schutzdauer der HPV-Impfung
Was mache ich, wenn ich eine Impfung versäumt habe?
Kann ich die Impfung mit anderen Impfungen kombinieren?
Wann sollte ich nicht geimpft werden?
Sollen Männer auch geimpft werden?
Können Frauen nach dem 26. Lebensjahr auch geimpft werden?
Darf während der Schwangerschaft geimpft werden?
Kann ich die Pille nehmen?
Wie hoch sind die Kosten für die Impfung?
Nebenwirkungen
Restrisiko

 

 

Was versteht man unter HPV?

Humane Papillomaviren (HPV) sind weit verbreitete Viren, mit denen sich sowohl Männer als auch Frauen infizieren können. Mehr als zwei Drittel der Menschen (Männer, Frauen – auch Kinder) infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV – ohne dass sie es wissen oder bemerken. Die Übertragung von HPV erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte. HPV kann aber auch durch einfache (Haut)Kontakte übertragen werden (z.B. kontaminierte Gegenstände, in seltenen Fällen auch bei der Geburt durch Übertragung von der Mutter auf das Kind).

 

 

Symptome

Die „Infektion“ mit HPV verursacht keine klinischen Symptome und heilt meist von selbst ab. Bei manchen Frauen kann es jedoch zu einer chronischen Besiedelung der Scheide mit HP-Viren kommen, was im Laufe der Zeit zu Zellveränderungen und in der Folge zu Krebsvorstufen führen kann. Diese Krebsvorstufen können durch den jährlich durchgeführten Krebsabstrich (bzw. weiterführende Untersuchungen) entdeckt werden. Aber auch so unangenehme Erkrankungen wie Genitalwarzen werden durch HPViren verursacht.

 

 

HPV-Typen

Es existieren etwa 100 „Typen“ von HP-Viren. Die meisten HPV-Typen tragen ein geringes Risiko („low risk“) für eine Krebserkrankung, können aber u.a. Genitalwarzen oder gutartige Veränderungen am äußeren Genitalbereich, in der Scheide und am Gebärmutterhals verursachen. Bestimmte Typen der HP-Viren sind mit einem hohen Risiko („high risk“) für eine Krebserkrankung behaftet und können zu Krebsvorstufen und in weiterer Folge zu Gebärmutterhalskrebs führen, auch zu Penis- und Analkarzinomen, Vulva- und Vaginalkarzinomen sowie zu seltenen Krebsformen im Bereich des Rachens und des Kehlkopfes.

 

 

„Krebserregende“ HPV-Typen

Neben zahlreichen anderen HPVTypen sind in Europa die Typen 16 und 18 die häufigsten onkogenen (krebserregenden) HPV-Typen - die oft auch als „high risk HPV“ bezeichnet werden. Man geht davon aus, dass über 70% aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen und deren Vorstufen durch diese beiden HPV-Typen verursacht werden.

 

 

„Nicht-Krebserregende HPV-Typen“

Unter vielen HPV-Typen zählen die HPV-Typen 6 und 11 zu den häufigsten nicht „krebserregenden“ („low risk“) Typen. Sie sind für die Bildung von Genitalwarzen zu 90% verantwortlich, führen jedoch üblicherweise zu keinen Krebserkrankungen – allerdings kann dies auch nicht ausgeschlossen werden.

 

 

Für wen ist die Impfung?

Der Impfstoff ist derzeit zugelassen für Kinder und Jugendliche von 9 bis 15 Jahren und erwachsene Frauen von 16 bis 26 Jahren.

 

 

Wann sollte geimpft werden?

Idealerweise sollte die HPV-Impfung VOR BEGINN DER SEXUELLEN AKTIVITÄT erfolgen, da einerseits die Wirksamkeit der Impfung bei jungen Menschen am höchsten ist, andererseits auch eine bereits stattgefundene HPV-Infektion seltener vorliegt.

 

 

Maximaler Schutz gegen HPV

Für die oben genannte Gruppe bietet die Impfung einen maximalen Schutz gegen die 4 wichtigsten HPV-Typen (6,11,16 und 18) und reduziert somit das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken um ca. 70% und an Genitalwarzen zu erkranken um 90%. Auch für bereits sexuell aktive Personen bietet die HPV-Impfung eine hohe Schutzwirkung.

 

 

Für wen ist die Impfung NICHT geeignet?

Die HPV-Impfung ist eine vorbeugende („prophylaktische“) Impfung und NICHT zur Behandlung des Gebärmutterhalskrebses oder dessen Vorstufen geeignet.

Bei der Frau ab dem 26. Lebensjahr fehlen noch die entsprechenden wissenschaftlichen Ergebnisse über die Wirksamkeit der HPV-Impfung. Derzeit laufen erst die wissenschaftlichen Studien, die eine allfällige Wirksamkeit der HPV-Impfung bei Frauen ab dem 26. Lebensjahr untersuchen. Auch für männliche Jugendliche und erwachsene Männer ist der Impfschutz derzeit noch nicht erwiesen, aber wahrscheinlich.

 

 

Wie komme ich zu einer Impfung?

Der Impfstoff wird Ihnen von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin verschrieben.

 

 

Wie oft wird geimpft?

Eine vollständige HPV-Impfung erfolgt in drei Teilen, jeweils in den Oberarm:
- Erste Teilimpfung,
- dann zweite Teilimpfung nach zwei Monaten,
- dritte Teilimpfung 6 Monate nach der 1. Teilimpfung bzw. 4 Monate nach der 2. Teilimpfung.

 

 

Schutzdauer der HPV-Impfung

Die derzeit verfügbaren Daten und Studien garantieren einen Impfschutz für die Dauer von 5 Jahren, Experten nehmen an, dass der Schutz bei geimpften Frauen ein Leben lang andauern könnte.

 

 

Was mache ich, wenn ich eine Impfung versäumt habe?

Jede Impfung zählt. Wenn Sie die 2. Teilimpfung aus irgendeinem Grund nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt erhalten konnten, dann können Sie diese Impfung jederzeit nachholen (mit einer ausreichenden Wirkung). Es ist dann die letzte und 3. Teilimpfung nach weiteren 4 Monaten zu verabreichen. Sie müssen aber in keinemFall wieder von vorne beginnen.

 

 

Kann ich die Impfung mit anderen Impfungen kombinieren?

Es ist durchaus möglich, die HPV-Impfung auch mit anderen Impfungen wie z.B. gegen Influenza (Virusgrippe), FSME (Zecken) oder Polio (Kinderlähmung) zu kombinieren. Keinesfalls müssen Sie einen zeitlichen Abstand zu diesen Impfungen einhalten.

 

 

Wann sollte ich nicht geimpft werden?

Wenn Sie eine fieberhafte Erkrankung haben, wird empfohlen, mit der Impfung zu warten, bis die Infektionserkrankung abgeklungen ist.

 

 

Sollen Männer auch geimpft werden?

Die derzeitige Zulassung erlaubt die Impfung von 9- bis 15-jährigen Knaben. Der Mann spielt nämlich eine wichtige Rolle als Infektionsüberträger und kann auch selbst an Genitalwarzen erkranken. Die klinischen Studien zur Zulassung für Männer bis zum 26. Lebensjahr laufen.

 

 

Können Frauen nach dem 26. Lebensjahr auch geimpft werden?

Die wissenschaftlichen Daten zum Nachweis der Wirksamkeit in dieser Altersgruppe werden derzeit erhoben.

 

 

Darf während der Schwangerschaft geimpft werden?

Die Impfung sollte grundsätzlich erst nach Ende der Schwangerschaft durchgeführt werden. Sollten Sie sich impfen haben lassen, ohne zu wissen, dass Sie schwanger sind, besteht aber kein Grund, sich um Ihr Baby Sorgen zu machen, da es sich bei der HPVImpfung um keinen Lebendimpfstoff handelt.

 

 

Kann ich die Pille nehmen?

Die HPV-Impfung beeinflusst die Wirksamkeit der Pille in keinster Weise.

 

 

Wie hoch sind die Kosten für die Impfung?

Die Kosten der HPV-Impfung werden derzeit (noch) nicht von den Sozialversicherungsträgern übernommen. Gespräche und Verhandlungen laufen aber bereits. Der Endverbraucherpreis in der Apotheke liegt – laut derzeitigem Informationsstand – bei ca. 208,00 Euro pro Impfung inkl. Steuer, das heißt für die komplette, dreiteilige Impfung muss mit 624,00 Euro (Medikamentenkosten) gerechnet werden.

 

 

Nebenwirkungen

Die Impfung ist gut verträglich und kaum schmerzhaft. Wie bei jeder Impfung kann es jedoch an der Einstichstelle zu lokalen Reaktionen, leichten Hautrötungen oder Schwellungen kommen, die aber schnell wieder verschwinden.

 

 

Restrisiko

Es ist wichtig zu wissen, dass jede Frau - unabhängig von der Impfung - auch weiterhin 1x jährlich einen Krebsabstrich durchführen lassen sollte. Durch die Impfung kann man (frau) sich nur vor den häufigsten krebserregenden HP-Viren schützen, nicht aber vor den anderen, die für etwa 30% der Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich sind.

 

 
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