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  Prostatakrebs  
     
 

  Auf einen Blick:
Die Prostata-Vorsorgeuntersuchung
 
 

Wer?
Alle Männer über 45 Jahre

Wie oft?
Einmal jährlich

Wie?
Im Rahmen einer allgemeinen Vorsorgeuntersuchung kann Ihr Arzt bereits durch einen kurzen Tastbefund beurteilen, ob eine Erkrankung der Prostata vorliegt. Der Arzt führt hierzu seinen Finger rektal ein und tastet die Prostata ab. Was hier vielleicht unangenehm klingt, dauert nicht einmal fünf Minuten. Im Gegenteil, diese Maßnahme kann unter Umständen für Sie lebensrettend sein. Zusätzlich wird ein Harnbefund sowie eine Blutabnahme durchgeführt, wenn ein spezieller Tumormarker der Prostata (PSA) bestimmt wird, mit Hilfe dessen die Zielgenauigkeit der Krebsvorsorge noch erhöht wird. Gleichzeitig sollte auch mittels Ultraschall das Ausmaß der Harnblasenentleerung festgestellt werden.

Wo?
Grundsätzlich wird die Prostata-Vorsorgeuntersuchung vom Urologen durchgeführt, aber auch praktische Ärzte und Internisten nehmen diese Untersuchung vor. Bei verdächtigem Tastbefund erfolgt die Überweisung an den Urologen. Sprechen Sie jedenfalls offen mit dem Arzt Ihres Vertrauens über Möglichkeiten der Prostata-Früherkennung. Unterstützten Sie ihn bei diesem Gespräch: Die genaue Beschreibung der Symptome ist ein ganz wesentlicher Teil der Prostata-Diagnostik. Eine Hilfestellung dafür bietet der „Selbsttest“ in dieser Broschüre.

 

 
 

1. Haben Sie 5 Minuten Zeit?

Nicht länger dauert die schmerzlose Vorsorgeuntersuchung der Prostata, der sich jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich unterziehen sollte. Denn fast jeder zweite Mann in der Altersgruppe der über 50jährigen ist betroffen. Meist handelt es sich um eine gutartige Veränderung der Prostata, die jedoch mit einer Anzahl unangenehmer und störender Beschwerden beim Wasserlassen können heute erfolgreich gelindert bzw. beseitigt werden.

Aber auch beim Prostatakrebs, dessen Häufigkeit mit zunehmendem Alter ansteigt, bestehen hohe Heilungschancen. In der betroffenen Altersgruppe der 50- bis 75jährigen liegen sie bereits bei 80 Prozent – rechtzeitige Früherkennung vorausgesetzt. Leider kann der Prostatakrebs gänzlich ohne Beschwerden wachsen. Deshalb ist für den Mann ab 45 die Vorsorgeuntersuchung so wichtig. Nur eine regelmäßige medizinische Untersuchung ermöglicht die rechtzeitige Erkennung einer Prostataerkrankung.

5 Minuten einmal jährlich – denn „Verdrängen“ heilt nicht!

 

 
 

2. Nur für Männer ...

Der Prostata-Vorsorge-Selbsttest
Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, und füllen Sie den nachfolgenden Test aus. Die Fragen sind einfach zu beantworten und sollen Ihnen bei Ihrem Gespräch mit dem Arzt helfen. Nehmen Sie daher den ausgefüllten Testbogen bei Ihrem nächsten Arztbesuch mit, und besprechen Sie mit ihm das Ergebnis. Achtung: Dieser Test kann keinesfalls die Prostata-Vorsorgeuntersuchung ersetzen.

Selbst wenn Sie an keiner der angeführten Beschwerden leiden, aber der Altersgruppe der über 45jährigen Männer angehören, sollten Sie regelmäßig einmal jährlich zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung gehen.

Prostata-Vorsorge-Selbsttest
 
1. Wie oft müssen Sie beim Harnlassen „pressen“ oder „drücken“?
Niemals 0 Punkte  
Manchmal 1 Punkt  
Häufig 2 Punkte  
     
2. Wie oft müssen Sie in der Nacht zum Harnlassen aufstehen?
Niemals 0 Punkte  
1 bis 2x 1 Punkt  
3x oder öfter 2 Punkte  
     
3. Fällt Ihnen eine Unterbrechung es Harnstrahls während des Wasserlassens auf (aufhören und wieder beginnen)?
Niemals 0 Punkte  
Manchmal 1 Punkt  
Häufig 2 Punkte  
     
4. Ist der Harnstrahl schwächer geworden?
Nein 0 Punkte  
Ein wenig 1 Punkt  
Deutlich 2 Punkte  
     
5. Verspüren Sie einen plötzlichen, sehr starken Harndrang?
Niemals 0 Punkte  
Manchmal 1 Punkt  
Häufig 2 Punkte  
     

Auswertung:

0 Punkte:
Sie dürften keine Vergrößerung der Prostata haben. Wenn Sie jedoch über 45 Jahre alt sind, gehen Sie trotzdem regelmäßig einmal jährlich zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung.

1 bis 5 Punkte:
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Grund Ihrer Beschwerden beim Harnlassen könnte eine Veränderung an der Prostata sein.

6 und mehr Punkte:
Sie sollten unbedingt mir Ihrem Arzt sprechen. Eine klärungswürdige Veränderung an Blase oder Prostata ist wahrscheinlich. Diese Krankheitsbilder sind heute in vielen Fällen heilbar. Nur durch eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung können Prostataerkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden.

 

 
 

3. Prostata-Erkrankung – was ist das?

Die Prostata wird auch Vorsteherdrüse genannt. Sie liegt am Ausgang der Blase und umgibt den ersten Teil der Harnröhre und produziert eine Flüssigkeit, die beim Samenerguß den im Hoden gebildeten Samenzellen beigemengt wird. Die Prostata hat aber keinen Einfluß auf die sexuelle Potenz.
Bei nahezu jedem zweiten Mann über 50 entstehen Gewebsveränderungen in der Prostata, welche man als gutartige Prostatavergrößerung bezeichnen kann. Dies ist jedoch keine Krankheit! Durch die Größenzunahme kann es zu einer Einengung der Harnröhre kommen. Der Harnstrahl wird schwächer, der Harndrang häufiger, es entstehen Beschwerden beim Harnlassen. Diese Beschwerden können behandelt werden. Gleichzeitig kann völlig unabhängig davon eine bösartige Geschwulst in der Vorsteherdrüse entstehen (Prostatakrebs). Dies geschieht unabhängig von Lebensgewohnheiten und sexuellen Aktivitäten meist ab dem 50. Lebensjahr und verläuft am Anfang ohne Beschwerden.

Darauf sollten Sie achten:
Häufig sind die ersten Warnsignale bei gut- und bösartigen Veränderungen gleich:

  • Häufiger Harndrang, auch nachts
  • Der Harnfluß wird geringer, der Strahl schwach, die Blase wird nicht völlig entleert – es bleibt „Restharn“ zurück
  • Harnträufeln, d.h. bei immer weniger abfließendem Harn besteht ständiger Harndrang
  • Schmerzen beim Harnlassen
  • Kreuzschmerzen
  • Blut im Harn

 

 
 

4. Auch wenn´s nicht wehtut ...

Prostataerkrankungen verlaufen im Frühstadium häufig ohne Beschwerden. Daher ist die regelmäßige einmal jährliche Vorsorgeuntersuchung wichtig. Je früher Erkrankungen entdeckt werden, desto größer sind die Heilungschancen. Unkomplizierte Behandlungsmöglichkeiten mindern oder beseitigen die lästigen Beschwerden – und sichern wieder mehr unbeschwerte Freude am Leben.

 

 
 

5. Prostatakrank – was nun?

Sollte bei Ihnen eine Erkrankung an der Prostata festgestellt werden, denken Sie nicht gleich an Krebs. In den meisten Fällen ist die Erkrankung heilbar. Sprechen Sie offen mit dem Arzt / der Ärztin Ihres Vertrauens über Ihre Ängste und Bedenken.

Kein unvermeidbares „Altersschicksal“
Zur Behandlung gutartiger Vergrößerungen an der Prostata gibt es mittlerweile bereits wirksame Medikamente, die sowohl die störenden Beschwerden beim Wasserlassen verbessern, als auch das weitere Wachstum der Prostata verhindern und die Vergrößerung der Vorsteherdrüse sogar teilweise rückgängig machen können. Wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht, um die Beschwerden zu beseitigen, stehen mehrere operative Möglichkeiten zur Verfügung.

Hohe Heilungschancen bei Prostatakrebs
Sollte jedoch eine bösartige Veränderung der Prostata vorliegen, so gilt auch hier wie bei allen Krebsarten: Je früher der Prostatakrebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungsaussichten. Natürlich wird jede Krebstherapie individuell auf den Patienten und das Stadium der Krankheit ausgerichtet. Grundsätzlich kann eine chirurgische Behandlung, eine Strahlen-, Hormon- oder chemotherapeutische (bzw. kombinierte) Behandlung erfolgen. Wenn es gelingt, den Krankheitsherd im Frühstadium chirurgisch zu entfernen, kommt es in fast allen Fällen zu einer vollständigen Heilung.

Ein starkes Argument für die Prostata-Vorsorgeuntersuchung!

 

 
 

6. Die Bedeutung des PSA für die Früherkennung des Prostatakrebses

Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, welches fast ausschließlich von Prostatazellen gebildet wird. Krebszellen sind imstande, etwa die 10-fache Menge an PSA zu produzieren im Vergleich zu normalen Prostatazellen. Diese Erkenntnis macht man sich für die Früherkennung des Prostatakrebses zu Nutze.

Alterskorrigierter PSA-Wert
Mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Prostata an Volumen zu, daher steigt auch der PSA-Wert langsam an (= s.g. alterskorrigierter PSA-Wert). Nicht jeder erhöhte PSA-Wert ist somit gleichzusetzen mit der Diagnose Prostatakrebs, die Konsequenz ist vielmehr die Untersuchung beim Facharzt für Urologie. Nur dieser kann die Bedeutung des Befundes klären und die Patienten über die weiteren ev. erforderlichen Maßnahmen informieren. Bei einem PSA-Wert zwischen 4-10 ng/ml liegt die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prostatakrebses bei 20 bis 35%, bei einem PSA-Wert über 10ng/ml bereits über 50%.

Bestimmung des freien PSA
Um die Indikation zur Gewebeprobe (Biopsie) zu verbessern, wird heute auch noch das freie PSA bestimmt. Die Verhältniszahl zwischen freiem und gesamten PSA reduziert die Notwendigkeit einer Biopsie um ca. 20%. Bei grenzwertigen oder schwer interpretierbaren PSA-Werten ist der entscheidende Faktor das Verhalten des PSA über einen bestimmten Zeitraum, üblicherweise ein Jahr. Aus dem Ausmaß des Anstieges lässt sich dann meist eine genauere Konsequenz hinsichtlich der Notwendigkeit einer Biopsie ziehen.

 
     
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