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Krebs und Beruf

Die meisten Krebspatienten können während der Behandlung ihrer beruflichen Tätigkeit nicht zu 100% nachgehen und erleben dadurch existentielle und berufliche Unsicherheiten. Deshalb hat die Österreichische Krebshilfe viele Jahre die gesetzliche Verankerung eines „Teilzeitkrankenstandes“ gefordert. Mit 1.7.2017 tritt dieser als sogenannte „Wiedereingliederungsteilzeit“ in Kraft und ermöglicht Patienten schrittweise in den Arbeitsprozess zurückkehren und sich stufenweise an die Anforderungen des Berufsalltages annähern zu können.


Stufenweiser Wiedereinstieg - NEU ab 1.7.2017

Zur Erleichterung der Wiedereingliederung von Arbeitnehmern nach langer Krankheit in den Arbeitsprozess besteht ab 1.7.2017 die Möglichkeit einer Herabsetzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit in der Dauer von ein bis sechs Monaten (Wiedereingliederungsteilzeit). Es besteht eine einmalige Verlängerungsmöglichkeit bis zu drei Monaten. Sofern Sie sich in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis befinden, haben Sie somit die Möglichkeit, schrittweise in den Arbeitsprozess zurückzukehren und sich stufenweise an die Anforderungen des Berufsalltages anzunähern. Damit kann Ihre Arbeitsfähigkeit nachhaltig gefestigt werden.

Die Wiedereingliederungsteilzeit ist mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Voraussetzung dafür ist, dass das Arbeitsverhältnis vor Antritt der Wiedereingliederungsteilzeit mindestens drei Monate gedauert hat. Zusätzlich zum Anspruch auf das bislang bezogene Entgelt entsprechend der Arbeitszeitreduktion haben Sie während der Wiedereingliederungsteilzeit Anspruch auf ein Wiedereingliederungsgeld aus Mitteln der Krankenversicherung. Während der Wiedereingliederungsteilzeit sind Sie pensionsversicherungsrechtlich abgesichert.


Kündigungsschutz

Grundsätzlich kann in Österreich auch während eines Krankenstandes eine Kündigung  ausgesprochen werden, soweit dies nicht ein Kollektivvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder der Arbeitsvertrag ausdrücklich ausschließen. Dieses Recht können sowohl Arbeitgeber, als auch Arbeitnehmer in Anspruch nehmen. Im Falle einer Krebserkrankung kann jedoch von einer Behinderung im Sinne der Regelungen des Diskriminierungsverbotes nach dem Behinderteneinstellungsgesetz ausgegangen werden. Danach dürfen Arbeitnehmer allein aufgrund der Tatsache der diagnostizierten Krebserkankung nicht benachteiligt, d.h. nicht gekündigt werden. Es besteht daher die Möglichkeit, die Kündigung anzufechten. Nehmen Sie dazu rasch Kontakt mit Ihrer Gewerkschaft oder der Kammer für Arbeiter und Angestellte auf. Es bestehen nur sehr kurze Fristen, um gegen eine Kündigung vorzugehen.


Berufsunfähigkeitspension

Ist die Arbeitsfähigkeit infolge des körperlichen oder geistigen Zustandes so weit gesunken, dass sie weniger als die Hälfte jener eines gesunden Menschen beträgt, kann eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension beantragt werden. Zur Feststellung der Berufsunfähigkeit erfolgt eine ärztliche Begutachtung, bei der die Leistungsfähigkeit des Antragsstellers in seinem Beruf geprüft wird. Bei Angestellten spricht man von Berufsunfähigkeitspension, bei Arbeitern von der Invaliditätspension.