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Dickdarmkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist in den westlichen Industrieländern für rund 20% der Krebstodesfälle verantwortlich. Österreich liegt mit 5.000 Neuerkrankungen pro Jahr im oberen Drittel innerhalb der EU, wobei ein deutliches Ost- West- Gefälle mit der höchsten Anzahl der Neuerkrankungen im Burgenland besteht. Das Projekt „Molekulare Epidemiologie des Dickdarmkrebses“ erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Screeningprojekt „Burgenland gegen Dickdarmkrebs“, wobei jährlich etwa 120.000 BurgenländerInnen zwischen 40 und 80 Jahren einem Hämocculttest (Untersuchung auf Blut im Stuhl) unterzogen werden. Davon weisen ca. 2.500 – 3.000 Personen einen positiven Test auf und werden weiteren diagnostischen Untersuchungen zugeführt. Ziel ist die Früherkennung von Dickdarmkrebs in einem heilbarem Stadium bzw. Entfernung von Polypen, die als Vorstufe von Darmkrebs gelten. In der molekularen Epidemiologie, einem relativ neuem Gebiet der Krebsforschung, fahndet man nach frühen biologischen Warnzeichen (Biomarker) für ein erhöhtes Krebsrisiko. Solche Biomarker können z.B. vererbte Unterschiede in der DNA, sogenannte genetische Polymorphismen sein. Die molekulare Epidemiologie kombiniert klassische Methoden der Epidemiologie, wie Fall-Kontrollstudien und Fragebögen, mit Methoden der Molekularbiologie. Von 3.500 Teilnehmern des laufenden Screeningprojekts „Burgenland gegen Dickdarmkrebs“ wurde aus Blutproben DNA isoliert und eine DNA-Bank angelegt, die bei –80°C gelagert wird. Daraus werden mittels molekularbiologischer Methoden genetische Polymorphismen bestimmt und durch Vergleich von Patienten mit Dickdarmkrebs und Gesunden auf ihre Tauglichkeit als Frühwarnmarker geprüft. Ziel ist es, eine vererbte Veranlagung für Dickdarmkrebs auf molekularer Ebene zu erkennen und damit Personen mit hohem oder niedrigem Krebsrisiko zu identifizieren und dieses Wissen zur besseren Krebsprävention zu nutzen.