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Der zweite Preisträger, Dr. Walter Berger, geboren 1963, stammt aus Oberösterreich. Der Fellinger-Preis ist schon die zweite Auszeichnung, die er von der Österreichischen Krebshilfe erhält; bereits im Jahr 2000 bekam der den Smith-Kline-Beecham-Preis. Bergers aktuell ausgezeichnete Arbeit trägt den Titel: „Overexpression of the human major vault protein in astrocytic brain tumor cells“ und wurde in der renommierten Zeitschrift "International Journal of Cancer" publiziert. Die Resistenz vieler Krebsarten gegenüber einer chemotherapeutischen Behandlung stellt ein Hauptproblem der klinischen Onkologie dar. Das Haupt-Vault-Protein (MVP) wird auch als Lungen-Resistenz-Protein bezeichnet, weil es in vielen Tumorarten, darunter auch in Lungenkrebs, zu einer Resistenz gegenüber einer eine chemotherapeutische Behandlung führt.

Ziel der ausgezeichneten Studie war es, die Expression und zelluläre Lokalisation des MVP in Gehirntumorzellen, sowie einen möglichen Zusammenhang mit der Resistenz von Hirntumoren gegenüber Chemotherapie zu erforschen. Während normales Hirngewebe kein MVP exprimiert, kommt es im Fall der häufigsten und aggressivsten Form von Gehirntumoren, dem sogenannten Glioblastom, zu einer klaren Überexpression des MVP-Gens. Anderen primäre Hirntumoren, wie z.B. Medulloblastome und Meningiome, wiesen seltener erhöhte Mengen von MVP auf. Normale, in der Kulturschale gezüchtete menschliche Astrozyten exprimierten verglichen mit den malignen Zelltypen deutlich geringen Mengen von MVP. Der MVP-Gehalt in Tumorzellen korrelierte mit einer Resistenz gegenüber vielen wichtigen Zytostatika, darunter Anthrazykline, Cisplatin und Etoposid. Zusammenfassend legen die Daten der Arbeit nahe, dass die Expression von MVP in aggressiven Hirntumoren aktiviert ist und zur schlechten Behandelbarkeit von Hirntumorpatienten mittles Chemotherapie beiträgt.