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Mama / Papa hat Krebs

Sehr oft sind die ersten Gedanken erkrankter Eltern nach der Diagnose: „Werde ich mein Kind aufwachsen sehen, muss ich bald sterben, wie soll ich meinem Kind sagen, dass ich Krebs habe, wie kann ich mit meiner Krankheit umgehen, so dass mein Kind möglichst wenig Schaden nimmt?“ – die Frage des Umgangs mit dem Thema Krebs stellt sich sehr schnell.


Soll ich meinem Kind / meinen Kindern sagen, dass ich Krebs habe?

Grundsätzlich ja. Durch Informationen sind zwar momentane Mehrbelastungen möglich, jedoch zugunsten einer tragfähigen, langfristigen Vertrauensbeziehung. Kinder wissen früher oder später auch ohne direkte Information, dass in ihrer Familie etwas Wichtiges nicht stimmt. Kinder bekommen dies auf jeden Fall durch kleine Veränderungen im Alltag mit - Mama/Papa sind oft weg, im Spital, telefonieren viel öfter, meist hinter verschlossener Tür, Mama/Papa weint und will nicht sagen warum oder Erklärungen der Eltern klingen eigenartig.

Kindern kann man nicht jede Belastung ersparen. Es ist aber möglich, sie so gering wie möglich zu halten. Kinder wollen die Informationen von ihren Eltern – ihren wichtigsten Bezugspersonen. Kinder sollen das Vertrauen haben können, über wichtige Veränderungen in der Familie informiert zu werden, um nicht ständig ängstlich alles kontrollieren und sich Informationen „hintenherum“ verschaffen zu müssen, um trotz der Erkrankung eines Elternteiles ihren eigenen Weg gehen zu können.


Was sich Kinder von der Familie wünschen, wenn Mama oder Papa Krebs hat

  • Sprich mit mir – ich gehöre auch dazu.
  • Sag mir die Wahrheit. Das ist schwer für mich, aber leichter, als mit meiner großen Angst alleine zu sein.
  • Erkläre mir die Sachen so, dass ich sie verstehen kann. Bitte setz dich mit mir hin und verwende einfache Worte, die ich gut verstehe.
  • Komm zu mir und schau mit mir gemeinsam nach, ob ich von dir etwas wis-sen will. Von alleine traue ich mich nicht zu dir zu kommen, weil ich dich ja vielleicht nicht so gut kenne, weil du wenig Zeit hast und ich mich manchmal auch davor fürchte.
  • Mitunter will ich etwas nicht wissen – dann lass das bitte zu.
  • Sag mir, dass ich nicht schuld bin, dass meine Mama/mein Papa krank ist.
  • Erkläre mir, was ich für meine Mama oder meinen Papa tun kann – ich will auch helfen.
  • Manchmal will ich auch mit meinen Freunden spielen, wegfahren und Spaß haben. Bitte erkläre meinen Eltern, dass das normal ist und dass ich sie trotzdem lieb habe.
  • Ich muss wissen, wer auf mich aufpasst, mir etwas kocht, mich in den Kindergarten oder in die Schule bringt und bei mir ist, wenn ich krank bin. Bitte sag meinen Eltern, wie wichtig das für mich ist.
  • Interessiere dich für mich, auch wenn du der Arzt/die Ärztin meiner Mama oder meines Papas bist.