Krebshilfe-Logo

Hier spenden

Infektionen und Krebs

Die WHO schätzt, dass etwa 18 % der Krebserkrankungen weltweit auf chronische (persistierende) Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten zurückzuführen sind. In westlichen europäischen Ländern liegt das Risiko bei < 5 %.

Humane Papillomviren (HPV)

HP-Viren sind weit verbreitet und sowohl Männer als auch Frauen können sich anstecken. Vier von fünf Personen (Männer, Frauen und Kinder) stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an – meistens ohne, dass sie es wissen oder bemerken. Es gibt etwa 150 HPV-Typen, einige davon sind nach derzeitigem Stand des Wissens an der Entstehung von Krebserkrankungen beteiligt.Die Übertragung von HPV erfolgt am häufigsten durch sexuelle Kontakte, so gehören HPV-Infektionen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. HP-Viren können aber auch durch einfache (Haut-)Kontakte übertragen werden (z.B. auch bei der Geburt durch Übertragung von der Mutter auf das Kind).  Das Kondom zum Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen kann vor HPV nur teilweise schützen, der Gebrauch ist aber auf jeden Fall zu empfehlen („Safer Sex“).

Impfung gegen HPV

Nach jahrelanger Forschung und Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit in klinischen Studien sowie weltweiten Zulassungsverfahren sind seit 2006/2007 zwei Impfstoffe gegen Humane Papillomaviren verfügbar und in über 120 Ländern weltweit zugelassen. Seit 2016 ist in Österreich ein dritter HPV-Impfstoff verfügbar. Die Österreichische Krebshilfe spricht eine klare Empfehlung für die HPV-Impfung aus (siehe nachstehend) und hat auch eine Internet-Plattform eingerichtet, auf der die führenden ExpertInnen zu dem Thema Stellung beziehen.

HPV-Impfung im Rahmen des Kinderimpfprogramms

Das HPV-Kinderimpfprogramm wird von Bund, Ländern und Hauptverband der Sozialver-
sicherungsträger finanziert. Seit Sommer 2016 kommt der HPV-Neunfach-Impfstoff zum Einsatz.

IN DER SCHULE:
Kostenfreie HPV-Impfung für Mädchen und Buben in der 4. Schulstufe ab dem vollendeten 9. Lebensjahr (ab dem 9. Geburtstag)


Die HPV-Impfung wird Mädchen und Buben in der vierten Schulstufe ab dem vollendeten
9. Lebensjahr
kostenfrei im Rahmen bestehender Schulimpfprogramme angeboten.

AUSSERHALB DER SCHULE: Kostenfreie HPV-Impfung für Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr (ab  dem 9. Geburtstag) bis zum vollendeten 12. Lebensjahr

Zusätzlich zur Schule wird die HPV-Impfung an den öffentlichen Impfstellen der Bundesländer (Bezirkshauptmannschaften, Magistrate, Bezirksämter), in einigen Bundesländern auch bei regi-
strierten, niedergelassenen Ärzten, Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr kostenfrei angeboten.

Impfschema:
Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 12. Lebensjahr  in zwei Teilimpfungen verabreicht. Die 2. Teilimpfung soll in einem Abstand von mindestens 6 Monaten (bis zu einem Jahr) verabreicht werden.

Anmerkung:
Wenn die 1. Teilimpfung vor dem 12. Geburtstag erfolgt, kann mit einer 2. Teilimpfung 6 Monate später kostenfrei abgeschlossen werden.

HPV-Impfung für Mädchen und Buben ab dem vollendeten 12. Lebensjahr (ab dem 12. Geburtstag) bis zum vollendeten 15. Lebensjahr:

Für Kinder ab dem vollendeten 12. Lebensjahr bis zum voll­endeten 15. Lebensjahr bieten die Bundesländer so genannte „Nachholimpfungen“ (Catch-up-HPV-Impfungen) zum vergünstigten Selbstkostenpreis an.

Die Impfungen sind bei Bezirkshauptmannschaften, Magistraten oder bei registrierten, niedergelassenen Ärzten erhältlich, wobei dies von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird.

Impfschema:
Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Buben ab dem vollendeten 12. Lebensjahr bis zum vollendeten 15. Lebensjahr  in zwei Teilimpfungen verabreicht. Die 2. Teilimpfung soll nach mindestens 6 Monaten (bis zu einem Jahr) gegeben werden.

Anmerkung:
Wenn die 1. Teilimpfung knapp vor dem 15. Geburtstag erfolgt, sollte mit einer 2. Teilimpfung 6 Monate später abgeschlossen werden. Eine 3. Teilimpfung ist nicht notwendig. Es wird empfohlen, im Vorfeld bei der Impfstelle in dem jeweiligen Bundesland zu erfragen, ob die 2. Teilimpfung zum vergünstigten Selbstkostenpreis abgegeben wird.

Empfehlungen zur HPV-Impfung


  • Alle Mädchen und Buben ab dem vollendeten 9. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr sollen am HPV-Kinder-Impfprogramm teilnehmen. Auch Mädchen und Buben ab dem vollendeten 15. Lebensjahr profitieren von der HPV-Impfung. Für Frauen ab dem 45. Geburtstag und für Männer ab dem 26. Geburtstag liegen noch keine Studiendaten der Wirksamkeit vor. Eine Verhinderung von Infektionen ist auch in dieser Gruppe wahrscheinlich.
  • Herdenschutz – kollektiver Schutz. Die HPV-Impfung schützt vor einer Reihe von Krebsformen, welche durch HPV ausgelöst werden. Darüber hinaus können Frauen und Männer sowohl „Träger“ als auch „Überträger“ einer HPV-Infektion sein. Durch die Impfung wird ein Beitrag zur Entwicklung eines Herdenschutzes geleistet.
  • Männer und Frauen mit reduzierter Immunabwehr. Besonders Männer und Frauen mit geschwächten Abwehrkräften infolge von z. B. Organtransplantation, Chemotherapie oder HIV-Infektion profitieren von der HPV-Impfung.

Weitere Informationen zur HPV-Impung:

Unter www.bmgf.gv.at/HPV finden Sie weitere Informationen zur HPV-Impfung - auch in Gebärdensprache:
   
Experten-Statements zur HPV-Impfung finden Sie auch im Internet unter http://krebshilfe.medroom.at.