Welt-Lynch-Syndrom-Tag (22.3.): Eine der häufigsten erblichen Krebsveranlagungen bleibt oft unerkannt

Wien, 16. März 2026 – Viele Krebserkrankungen haben einegenetische Grundlage. Besonders beim Lynch-Syndrom – einer der häufigsten erblichen Krebsveranlagungen – wissen viele Betroffene nichts von ihrem Risiko. Eine neue Informationsbroschüre der Österreichischen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie soll zum Internationalen Lynchsyndrom-Tag über Risiken, genetische Beratung und Möglichkeiten der Früherkennung informieren.

Rund eine von 300 Personen trägt eine genetische Veränderung, die das Lynch-Syndrom verursacht. Besonders häufig treten Dickdarmkrebs und Gebärmutterkörperkrebs auf, aber auch urologische Tumoren sowie bestimmte Formen von Hautkrebs können damit zusammenhängen. Ursache ist eine angeborene Genveränderung (Keimbahnmutation), die bereits bei der Geburt in allen Körperzellen vorhanden ist. Diese Mutation beeinträchtigt Reparaturmechanismen der DNA, die normalerweise Fehler im Erbgut korrigieren. Funktionieren diese Mechanismen nicht ausreichend, können sich genetische Schäden ansammeln und die Entstehung von Krebs begünstigen. 

„Erbliche Krebsveranlagungen wie das Lynch-Syndrom rücken zunehmend in den Fokus der Krebsmedizin. Das Wissen um eine genetische Veranlagung ist kein unabänderliches Schicksal sondern eine Chance für aktive Vorsorgeentscheidungen,“ so Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda. „Viele Betroffene wissen aber leider nicht, dass sie Träger:innen einer entsprechenden Genveränderung sind. Hier wollen wir mit einer Informationsoffensive gegensteuern und aufklären,“ so Sevelda. 

Genetische Beratung und Früherkennung können Leben retten! 

„Das Lynch-Syndrom zählt zu den häufigsten erblichen Krebsveranlagungen, wird jedoch noch immer zu selten erkannt“, betont Univ.-Prof. Dr. Stephan Polterauer, Professor für gynäkologische Onkologie an der MedUniWien und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie. „Präventivmedizin nimmt in der Onkologie eine zentrale Rolle ein, da durch gezielte Vorsorge, genetische Abklärung und Früherkennung viele Krebserkrankungen verhindert oder in einem heilbaren Stadium erkannt werden können. Mit der neuen Broschüre möchten wir Betroffenen und ihren Familien verständliche Informationen zur Verfügung stellen und gleichzeitig das Bewusstsein für genetische Beratung und gezielte Früherkennung stärken.“ 

Neue Broschüre schafft Orientierung 

„Ich danke Univ.-Prof. Dr. Stephan Polterauer für seine Initiative zur gemeinsamen Herausgabe dieser wichtigen Broschüre und die ehrenamtliche Erstellung der medizinischen Inhalte sowie den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften für Gastroenterologie, Gynäkologie, Urologie, Chirurgie und Dermatologie sowie Expert:innen aus den Bereichen Humangenetik und Psychoonkologie für die interdisziplinäre Zusammenarbeit,“ unterstreicht Sevelda.

Die neue Broschüre bietet einen verständlichen Überblick über Risiken, Vorsorge, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten beim Lynch-Syndrom. Sie richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle, die sich über das Lynch-Syndrom informieren möchten. Sie ersetzt nicht das persönliche Gespräch mit medizinischen Expert:innen, soll dieses jedoch sinnvoll ergänzen. 

Die Broschüre ist ab sofort bei der Krebshilfe kostenlos erhältlich und steht auch zum Download unter www.krebshilfe.net zur Verfügung. 

 

Für Rückfragen: 

Österreichische Krebshilfe 

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